Eine Frage der Verhältnisse – Bastille im Münchner Zenith

BastilleMit Special Guest Lewis Capaldi aus Schottland im Gepäck fanden sich Bastille am 4. März für eine Show im Münchner Zenith ein. Die klassische Kombination aus Gitarre, Bass und Piano, angeführt von Support Capaldi, ergab ausschließlich „Sad Songs“. Was im Stimm-Trio zu Beginn ein bisschen an die tief melancholischen Melodien von Tom Odell erinnerte, entwickelte sich allerdings schnell zum poppigen Chartmix.

„Still Avoiding Tomorrow“ labelte die Projektion auf dem halb-durchsichtigen Vorhang, der den Act des Abends noch verdeckte. Als die Projektion zu pochen begann, war es kurz vor zwölf, genauer gesagt 23:59. Bastille eröffneten ihre Show mit einem a capella „Wild World“-Cover von Cat Stevens.

Von der Vergangenheit weiter Richtung Zukunft und „Quarter Past Midnight“. Auch im nächsten Song kreiste alles um die Zeit. Für „Send Them Off!“ drehte eine Weltzeituhr ihre Runden, tickende Zeiger gaben via Schlagzeug den Takt an.

Bastille spielten sich von „I Know You“ bis zu „Things We Lost In The Fire“ durch Ihre Radiohits. Mit „The Currents“ verteilten sie einen kurzen Seitenhieb an Trump und Brexit, bevor sie mit „Grip“ einen Einblick in ihr neues Album gewährten. Allerdings hielten die Briten auch hier keine wirklichen Überraschungen bereit. Bastille setzen auf einprägsame Pop-Melodien mit synthetischen Partybeats, alles wie gehabt und auf Massentauglichkeit gemünzt.

Auf einem riesigen Festival mit feiernden Menschenmassen hätte die Show in diesem Rahmen durchaus funktioniert. Allerdings war die Halle an diesem Abend zu leer, alles wirkte überdimensional. Der Auftritt von Bastille steht und fällt eben mit den richtigen Verhältnissen.(P.P.)

Fotos Bastille 

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