Comeback im Fächermeer – Beirut auf dem Münchner Tollwood

10 Jahre ist es nun schon her, als Beirut mit ihrem Debütalbum durchstarteten. Seitdem hat man lange nichts mehr von der Erfolgsband gehört, bis die US-Amerikaner letzten Herbst ein neues Album veröffentlichten. Live vertrösteten Beirut ihre Fans jedoch erstmal und spielten nur ein einziges, exklusives Konzert in Berlin. Nun sind sie endlich auf großer „No No No-Tour“ und waren am 10. Juli zu Besuch in der Musikarena auf dem Münchner Tollwood.

Während Beirut auch schon zu 11. auf der Bühne standen, beglückten sie die Musikarena an diesem Abend in 6-Mann-Besetzung. Doch schloss man die Augen, glich die Klangfülle eher einem ganzen Orchester. Das hatte seinen Grund, denn die 6 Multiinstrumentalisten beschränkten sich nicht etwa auf ein Instrument pro Person. Der Pianist wechselte zwischen Klavier, Keyboard und Akkordeon und als die letzten, anmutigen Töne der Trompeten verklungen waren, gaben die 3 Bläser ihre Vocals zum Besten. Nur der Schlagzeuger blieb seinen Drums treu.

Aufgrund des EM-Spiels wurde das Konzert auf den frühen Abend verlegt. So starteten Beirut schon um 18:30, leider ohne Vorband, ihr Comeback. Obwohl die Hitze in der Musikarena gefühlt noch einmal auf das Doppelte der Außentemperatur anstieg, waren zahlreiche Fans gekommen und auch das Tanzen ließen sie sich nicht nehmen. Wo erhabene Walzertakte auf flotte Balkanmelodien trafen und schließlich von modernen Elektro-Synthie-Beats abgelöst wurden, hielt es auch die Zuhörer auf den hinteren Sitztribünen nicht mehr auf ihren Plätzen. Mit Papierfächern versuchte man Abhilfe gegen die heißen Temperaturen zu schaffen, das bot neben einer leichten Brise hier und da vor allem einen grandiosen Anblick.

Nach so langer Pause ist die Band weder eingerostet, noch eingestaubt. Die 5 Musiker um Frontman Zach Condon sind in Bestform, das bewiesen sie an diesem Abend mühelos und spielten ein, von Instrumental-Arrangements der Extraklasse geprägtes Comeback im Fächermeer.(P.P.)

Fotos Beirut 

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