David Lemaitre – Künstlerische Musikalität

München, 07.06.13.   Mit Elektropop-Beats und beinahe sphärisch-melancholischen Klängen bereiteten Supportact Children aus Berlin das Publikum gestern im Strøm München gekonnt auf David Lemaitre vor. Genau den Geist der Zeit treffend, experimentierten  sie vor allem mit elektronischen Klängen.

Die Freude im Publikum war groß, als Lemaitre die Bühne betrat. Sanfte Gitarrenklänge ertönten, eine Stimme, welche heraussticht, welche besonders ist. Zwar hoch und zuweilen schneidend, aber definitiv berührend und in der Masse der Singer-Songwriter durchaus herausstechend.

Begleitet mit allerlei Schlagwerk, Gitarre und Cello, Geige, Gläsern und Flaschen, weiß David Lemaitre mit Einfühlsamkeit, Gefühl und Authentizität zu begeistern. Das Publikum, auffallend aufmerksam, lauschte gebannt.

Ein wenig melancholisch und wehleidig waren die Songs, welche von Liebe, Passion und verpassten Chancen erzählten, passten gut in die Harmonien, die man so nicht oft hört. Rhythmisch ab und an etwas träge und seicht, konnten die Tracks jedoch durch und durch begeistern.

Nicht jeden Geschmack treffend, kippten die Songs oft zu sehr in eine sehr pathetische und persönliche Richtung, die, zu oft gehört, leicht nervend werden kann. Nichtsdestotrotz fand die Musik ihren Weg zu den Zuhörern und wurde gefeiert. Die Zeit, in der noch echte Musik von echten Musikern gemacht wurde, ist an diesem Abend wieder zum Leben erweckt worden.

Charakteristisch bei David Lemaitre und seiner Band sind die Glasflaschen, welche partiell zum Einsatz kamen. Sie geben den Songs zwar nicht das gewisse Etwas, aber zumindest etwas Besonderes. Die Idee mag alt sein, doch hier war sie gezielt und gekonnt eingesetzt.

Stimmlich konnte der Sänger ebenfalls bei einigen Songs überraschen, sang er mal hoch und durchdringend, dann mal wieder weich und wehmütig. Im Refrain oftmals sehr redundant in den Melodien, konnten die Texte nicht ganz über den Eindruck hinwegtäuschen, dass David Lemaitre über Themen singt, welche zur Zeit einfach en vogue sind. Als Beispiel sei hier der Song über die “Zone zwischen Liebe und Freundschaft” genannt. Es wirkte ein wenig erzwungen und gewollt. Durchweg ruhig und keineswegs hektisch oder überdreht hatte der Sänger wärmende Worte für die Konzertbesucher und unterhielt diese gekonnt.

Im Fokus stand an diesem Abend definitiv die entspannende Musik, zu der sich leicht die Augen schließen lassen. Sympathisch und entspannt, unaufgeregt und balladesk. Ein Unterwassersong, der groß angekündigt wurde, schleppte ab der Hälfte mehr, als dass er einen spannenden Aufbau hatte. Als kleinen Höhepunkt gab es noch ein Duett mit Children – passend und musikalisch sehr harmonisch.  Eine Musik, die nicht die Intention hat, wehzutun oder den Atem Stocken zu lassen. Sie leitet einen Abend entspannt ein und lässt ihn ruhig ausklingen.(A.E.)

Fotos David Lemaitre

Fotos Children

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