Elias Hadjeus – Neues Album „Wir brauchen nichts“ erscheint am 27. Mai

EliasHadjeus_Foto_Cover_credit_BenWolf_onlineDie Zeichen stehen auf Aufbruch im Studio von Elias Hadjeus. Gemeinsam mitGitarrist Max van Dusen und Produzent Benjamin „Benni“ Bistram hat der Berliner Singer-Songwriter ein einhundert Jahre altes Klavier aus Wurzelholz angeschafft, das auf einer Online-Plattform – umständehalber – abzugeben war. Das Vintage-Teil hat einen Ehrenplatz zwischen Keyboards und Gitarren bekommen. Es passt bestens in die musikalische Grundausrichtung, in der analoge und digitale Töne filigran miteinander verknüpft werden. Elias, Max und Bistram (Prinz Pi, Casper, Glasperlenspiel) haben sich auch vom Equipment her fit gemacht für künftige Projekte.

Nach den EPs „Kaputt“ und „Modellwelt“ nun also „Wir brauchen Nichts“: 2016er-Popmusik aus dem Hier und Jetzt, die etwas anders buchstabiert wird: Klassische Songstrukturen und Gitarrenriffs, dazu eigenwillige Lyrics, die sich um komplexe Drum Breaks winden. „Meine Generation“, sagt Elias, „steht vor der krassen Situation, dass über zig digitale Kanäle alles gleichzeitig verfügbar ist. Alles scheint unendlich unübersichtlich. Damit setze ich mich auseinander: Es geht darum sich einigermaßen zu orientieren – und sich am Ende auf das festzulegen, was dich ausmacht.“ Elias, der „vor der schlafenden Stadt, die einsamen Hunde bellen“ hört, setzt damit die lange Linie der deutschsprachigen Songpoeten fort – von Reinhard Mey über Rio Reiser in die „Generation Maybe“.

Gut drei Dutzend Tracks und Skizzen sind bei den Studiosessions entstanden, von denen sich elf final ausgearbeitete Songs auf dem Elias Debutalbum „Wir brauchen Nichts“ wiederfinden. In seinen Texten geht es um die Geheimnisse des Alltags; um Frauen, Freundschaften, das Älterwerden an sich und natürlich auch um die Liebe – und ihre Vergänglichkeit. Elias unterschrieb bereits nach der Schule einen Vertrag bei einem Musikverlag – eine Anerkennung für seine Fähigkeiten als Songschreiber. Elias schätzte sich damals einfach nur glücklich; dass er „schon so früh im Leben machte konnte, was ich immer machen wollte“, Im Studium der Literatur hat er seine zweite Leidenschaft gefunden. Für die kommende Tournee von „Wir brauchen Nichts“ bringt er einige Texte auf besonders gestalteten Postkarten unters Volk. „Wir verteilen Lyrik-Flyer im Punklook ans Publikum“, sagt Elias und muss ein wenig grinsen. „Mini-Dramen mit der zerschossenen Typografie von Reclam-Heften. Literatur-Pop im Hertha-Müller-Style!“

Auch das Leben on the road hat Elias schon ausgiebig mitbekommen, als er mit Künstlern wie Tom Hessler, Timid Tiger oder Lukas Graham in Clubs in ganz Deutschland unterwegs war. Bei Convention-Festivals wie der c/o pop in Köln 2015 konnte er das (noch unfertige) neue Songmaterial bereits live antesten. Sein Publikum ist dabei nicht auf die eigene Generation beschränkt: „Grob geschätzt von 17 bis 47“, sagt er.

foto: ben wolf