Family Of The Year im Freiheiz München

Auf der Suche nach Helden

Kaum jemand konnte sich ihrem Charme im letzten Jahr entziehen: Mit „Hero“ landeten Family of the Year einen Hit, der nicht so schnell in Vergessenheit geriet. Sie kritisieren in diesem Song die Gesellschaft, die so schnelllebig ist und sich lediglich über etwas profiliert, das sie nicht ist. Damit treffen sie nicht nur genau das große Thema dieser Zeit, sondern zeigen mit diesem Song weiterhin, dass sie es verstehen, Melodien auf zauberhafte Art und Weise in einen Song zu verpacken.

Am Mittwochabend präsentierte sich die kalifornische Band, deren Mitglieder teilweise wirklich miteinander verwandt sind, im Freiheiz. Die etwas spärlich besuchte Halle konnte dennoch gefüllt werden – mit wundervoller Musik, wenngleich Support Willy Mason nicht ganz überzeugen konnte. Dies mag vielleicht an den etwas fragwürdigen Texten gelegen haben.

Doch kaum sind Family of the Year auf der Bühne, ist der Jubel groß. Sie beginnen und schon ist man in ihren Bann gezogen. Wenngleich nicht jeder Ton stimmt und nicht alles so rund klingt, sondern eher etwas rauer, unrund. In der Tat ist es fast so, dass Keyboarderin Christina Schroeter, welche ebenfalls einige Zeilen singt, stimmlich oft nicht dazugehören mag.

Man lauscht Joseph Keefe, ist gebannt von den Texten, tanzt ein wenig, lässt die beinahe romantischen Indiepopklänge über sich ergehen.

Family of the Year bringen ein bisschen Wärme in die Freiheizhalle. Es ist Wohlfühlmusik, gut gelaunt, fröhlich. Man merkt, dass sie Spaß an Live-Auftritten haben, dass sie ihre Musik leben. Genau darin sind sie immens authentisch. Sie erzählen kleine Geschichten mit ihren Songs, es steckt immer viel Wahrheit in den Texten, die zum Teil autobiographisch sind.

Was bleibt am Ende? Sind sie wirklich „the next big thing“ oder nur eine abgewandelte Form dessen, was es schon längst gibt?

Man steht auf dem Konzert und weiß, dass es da ein Draußen gibt und dass sich die Welt noch dreht – doch diese dreht sich mit den Songs und Melodien der amerikanischen Band noch viel schöner. Es wird bunter, lebhafter, fröhlicher, leichter. Family of the Year machen diesen Abend zu einem hellen. Ihre Musik ist nicht kompliziert, psychedelisch oder gar melancholisch, sondern schafft eine träumerische, sanfte und liebevolle Atmosphäre. Sowohl die Fans als auch die Band auf der Bühne haben Spaß und feiern diesen Abend zusammen – wenngleich das Konzert selbst nur 60 Minuten lang ist, geht man mit einem schönen Gefühl nach Hause. Und möchte die Songs weitersingen, möchte nochmals kehrt machen und der Band, die so viel Lebensfreude ausstrahlt, zuhören.(A.E.)

Fotos Family Of The Year

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