Feine Sahne Fischfilet und politische Skandierungen in der TonHalle München

Mit Sturmmasken verwirrte die aggressive russische Vorband das Publikum, welches sich lieber in lange Schlangen zum Bierholen, der Jackenabgabe oder dem Toilettengang einreihte, als wirklich dem zu folgen, was auf der Bühne passierte. Auch nach einer halben Stunde wollte die Stimmung nicht wirklich überspringen und so entschied man sich, noch mehr Bier zu trinken. “Antifaschista”-Rufe wurden jedoch aus voller Kehle mitgegröhlt, sodass die eigentümliche Atmosphäre langsam Platz machte für die Broilers vom Band und später auch Feine Sahne Fischfilet.

Das junge Publikum – vornehmlich die gesamte Punkszene Münchens und die, die es gerne wären, aber bei den Eltern in Grünwald leben – starteten den Pogo noch, bevor die Band überhaupt auf die Bühne kommen konnte. Aber der Antifaschista Spruch läuft und wird von der Halle Lautstark mitgeschriehen.

Als die Hauptshow losging, fragte man sich unweigerlich, ob es noch dieser echte Punk ist oder ob es doch eigentlich ein längst vergessener Stil aus der Schule ist, dem man sich anschloss, um zumindest gegen irgendetwas rebellieren zu können.

Bei “Alles auf Rausch” kippt der Sänger sein Bier in die Menge mit einem Verweis auf die CSU, welche das erste Konzert der Band in München verbieten wollte. Und jetzt sei die Zeit gekommen, um deren Kinder umzukrempen. Na dann!

Es war ein Konzert bei gefühlten 50 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit, bei dem sich am Ende doch alle die Hand reichten, gemeinsam für eine bessere Welt sagen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und so war es auch mit diesem Konzert.(A.E.)

Fotos Feine Sahne Fischfilet

Fotos Moscow Death Brigade