Gregor Meyle – Kitsch im Muffatwerk

Donnerstag Abend wurde es im Muffatwerk gefühlig – Und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Gregor Meyle spielte sein Programm aus Schunkel-Pop für ein Publikum, das im Durchschnitt jenseits der vierzig war. Mitschaukeln ging gerade so, vor allem Pärchen, bzw Ehepaare bevölkerten den Raum und waren eher in gemütlicher Sofa-Laune als in Party-Stimmung.

Dabei hat die Band sich durchaus Mühe gegeben. Meyle hatte mehrere Bläser und Streicher dabei, die jedoch seine Musik nicht wirklich füllen konnten. Da hätte er lieber auf weniger Musiker und ein besseres Arrangement gesetzt. Wie die einzelnen Musiker in kleinen Soli bewiesen, konnte man sich über ihr Talent am Instrument nicht beschweren, es scheiterte wohl einfach am Zusammenspiel – Schade.

Gregor Meyle definiert sich immer wieder sehr über die Fernsehsendung „Sing meinen Song“, durch die er mit Hilfe von Xavier Naidoo bekannt wurde. Ob das ein wünschenswerter Karrierestart ist, muss jeder selbst wissen, ob man sich dann auf der eigenen Tour noch weiter damit assoziieren möchte, ebenfalls.

Ganz schlecht darf man das Konzert jedoch auch nicht machen. Die Songs sind simpel aber eingängig, und auch wenn das Publikum nicht ganz so textsicher war, wie der Sänger sich das vielleicht gewünscht hätte, gaben sie sich große Mühe, mit ihm gemeinsam zu singen und einen schönen Abend zu verbringen. Über die Frage, welchen Anspruch man an Musik hat, lässt sich ja auch immer diskutieren, und für ein Pärchen, das ihren Fernsehstar mal live sehen möchte, aber nicht die teuerern Tickets für Herrn Naidoo selbst ausgeben wollte, war Gregor Meyle sicher eine gute Alternative.(M.S.)

Fotos Gregor Meyle

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