Großstadtrock zwischen Niederbayern und London – Redbox Festival in Dingolfing

Während sich in den letzten Jahren das Eislaufstadion in eine Redbox verwandelt hatte, war dieses Jahr die Dingolfinger Stadthalle in rotes Licht getaucht. Anlass war das Liebhaberfestival, bei dem am 8. Oktober 5 junge, mit großem Gespür ausgewählte Bands die Redbox mit Musik füllten.

Nachdem die Newtone-Bandcontest-Gewinner Tourists In A Daydream mit ihrem Auftritt den Startschuss gegeben hatten, breitete sich mit der nächsten Band ein gespanntes Schweigen im Publikum aus. Der Grund war Singer-Songwriterin Lilly Among Clouds, die mit den ersten Tönen ihrer durchdringenden Stimme den Saal für sich einnahm und den Raum in warme Melancholie hüllte.

Wer Liebeslieder sofort mit Schnulze in Verbindung bringt, konnte sich dank Findlays britischem Herzschmerzrock vom Gegenteil überzeugen. Mit der impulsiven Mischung aus Glamour und fetzigen Gitarrenläufen brachte Frontfrau Natalie Findlay, die ihre männlichen Bandkollegen und das Publikum gleichermaßen unter Kontrolle hatte, Großstadtflair nach Dingolfing.

Die aufgeheizte Stimmung war Grundlage für den Auftritt von Fuck Art, Let´s Dance. Die Hamburger Indierockband machte ihrem Namen alle Ehre. Wo Frontsänger Nico Cham die Stimmung nicht ausreichte, stürzte er sich kurzerhand selbst in die Menge und lieferte sich mit den Zuhörern einen Rave im Indiestyle.

Wer sich aufgrund der körperlichen Verausgabung während des Auftritts der Vorband oder aufgrund der fortgeschrittenen Zeit den Auftritt von The/Das entgehen ließ, hat sicher etwas verpasst, doch an diesem Abend wurde an musikalischen Highlights nicht gespart. Wenn ein solches Line-Up mit Bands zwischen Niederbayern und London zu einem so fairen Preis auf die Beine gestellt wird, sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen.(P.P.)

Fotos Redboxfestival Dingolfingen – 08.10.2016

Anzeige