Hollywood Undead spielten fantastisches Konzert in der TonHalle München

Hollywood UndeadEs ist schön, dass es auch 2018 noch Bands gibt, die einen an die frühen 2000er erinnern, als Nu-Metal noch gefeiert und von guten Bands gespielt wurde.

Ultraamerikanisch gaben sich Astroid Boys als Support – etwas blechern, nicht gut abgemischt und insgesamt freute man sich einfach auf Hollywood Undead.

Als die Empfänger angeschaltet wurden und die ersten Takte erklungen, war es, als hätte jemand den Schalter mit “Stimmung! Jetzt!” angeschaltet. Von der ersten Sekunde an hätte es nicht besser laufen können: Die ausverkaufte Tonhalle flippte aus, als die Band auf die Bühne kam und fulminant loslegte.

Mit Bandanas und Masken sahen sie schon ziemlich cool aus, doch alles irgendwie im Rahmen dessen, was da auf der Bühne passierte und das war musikalisch mitreißend.

“Who of you plays the guitar? Show us! How many years?” Und sie zeigten auf jemanden, der etwas umständlich auf die Bühne geholt wurde. An diesen Punkten ist oft der Moment des Fremdschämens gekommen. Doch Kili, der junge Typ auf der Bühne, legte ein Solo hin, das nicht nur das Publikum, sondern die komplette Band immens beeindruckte. Er rockte sich die Seele aus dem Leib und jammte “Comin’ hot”, als würde er das jeden Tag tun. Kili, du warst der Held des Abends!

Auch die Marilyn Manson, -und Rammstein-Zitate (“Tainted Love” und “Du hast”) wurden an den richtigen Stellen gesetzt, ohne ironisch zu klingen.

Dass Hollywood Undead eine Band sind, die nicht nur ihr Publikum lieben, sondern auch ihre Crew wertschätzen, zeigte sich, als plötzlich der Roadie mit auf der Bühne stand.

Stilsicher wechselten sich die rockigen Songs mit den Hip Hop-Tracks und später auch den Balladen ab. Hollywood Undead sind eine der wenigen aktuellen Bands, die live unheimlich überzeugen können und dabei ihr Publikum mitnehmen und man ihnen das, was sie tun, abnimmt.

Mit zwei Zugaben ging das Konzert zu Ende, nicht ohne viele, viele “Thank you, Munich!”(A.E.)