Landungsbrücken raus – Kettcar in der Münchner Muffathalle 

kettcarSeit der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Ich vs. Wir“ im Oktober dieses Jahres wurden für Kettcar in den deutschen Städten nach gut vier Jahren Pause wieder die Landungsbrücken ausgefahren. So auch am 29. November in der Münchner Muffathalle.

Mit viel Elan trieben die fünf Musiker, alle ganz in schwarz gekleidet, Song für Song voran. „Kollektive Selbstverwirklichung“ ist nicht nur Teil der Lyrics, sondern steht ganz ohne Ironie definitiv über dem gesamten Projekt der Band.

 

 

Mit „Sommer ’89“  folgte ein neuer Song, der viel mehr thematisiert als die Geschichte eines Fluchthelfers vor der Wende, der sich für seinen Traum an der Berliner Mauer Löcher in den Bauch steht. Grenzen, Fremde und die Destabilisierung der Welt ist eines der neuen großen Themen von „Ich vs. Wir“. Mit ihrem aktuellen Album seien sie zur politischen Punkrockband aufgestiegen, witzelten die Hamburger Musiker. Mauern einreißen, Landungsbrücken raus, ein gesellschaftliches Anliegen, das sich hören lassen kann.

Zwischen politischem und deutschem Kuschelrock bekam man dann im Laufe des Abends auch noch eine ordentliche Portion Rock zu hören. Schnelle Lichtwechsel, ein rennendes Schlagzeug, ein unnachgiebiger Bass, dieses Arrangement steht Kettcar eindeutig am besten.

Auch wenn die stimmliche Performance durchaus noch ausbaufähig wäre, irgendwie verkörpern Kettcar ein Lebensgefühl, wofür sich ein Konzertbesuch auch an diesem Abend lohnte.(P.P.)

Fotos Kettcar