Gemeinsamer Kosmos – Leoniden im Münchner Technikum

LeonidenDie Leoniden hatten seit fast zwei Jahren keine Show mehr in München gespielt, der Andrang war keine Überraschung, das Konzert am 24. Februar in München war ausverkauft. Dementsprechend versprach die lange Schlange vor dem Technikum klaustrophobische Gefühle, hatte allerdings weitaus Schlimmeres vermuten lassen, denn die Fans verteilten sich wider aller Erwartungen ziemlich gut in der Halle.
Der Abend startete „mit K“ und stand  dabei nicht für die Deutsch-Rapper aus Chemnitz, sondern für Monako aus München. Lange Instrumentalphasen aus Gitarre und Bass prägten den sphärischen Sound des Quartetts, der von hauchigen Vocals in Schach gehalten wurde. Die tiefenentspannten, zeitlosen Wellenmotive erinnerten an Chet Faker, luden zum Treibenlassen ein und verdichteten sich gegen Ende zu einem großen Finale.
Mehr Beats, mehr Riffs, mehr Kompromisslosigkeit. Vor einem goldenen Banner übernahmen die Leoniden, die ebenso euphorisch waren, wie deren Publikum. Mit „Again“ schickten die Kieler ihren Indie-Kosmos in die Umlaufbahn.
Ein Blick lohnte von der Empore ab dem Zeitpunkt, zu dem die Leoniden das große Tanzen eröffneten und dieser Moment ließ nicht lange auf sich warten.
„Wenn ihr den nächsten Song nicht singen könnt, singt ihr ihn trotzdem!“, wies Sänger Jakob Amr das Publikum an. Das ließen sich die Zuhörer nicht zweimal sagen, wobei die Sorge gänzlich unbegründet war, denn das aktuelle Album ging den Fans genauso gut über die Lippen wie die Debütsongs der Leoniden.
Bunte Leuchtstäbe fanden ihren Weg zu „Why“ durch die Menge und setzten Blickfänge in der pogenden Halle.
„Get yourself addicted!“, hieß es in „1990“,
„We still don’t have enough“ tönte es wenig später zurück. Das Publikum und die Band bildeten an diesem Abend eine Einheit, verschmolzen zu einem gemeinsamen Kosmos, der in dieser Leichtigkeit während der meisten Konzerte leider nur selten entsteht.
Ob im Stehen, Sitzen, Tanzen oder im Stagedive, die Leoniden entlockten ihren Instrumenten in rasanter Geschwindigkeit die Gesamtpalette an Tönen und spielten sich hochmotiviert durch ihr Set. Die punkigen Züge in „River“ standen dem Quintett dabei genauso gut wie die hohen Töne oder auch die Rap-Attitude für das „Hotline-Bling“-Cover.
Mit Indie-Rock-Größen wie Two Door Cinema Club oder The Killers hätten es die Leoniden an diesem Abend zumindest stimmungstechnisch locker aufnehmen können.(P.P.)
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