Liann – ein Wohnzimmerkonzert vom Feinsten

 

Draußen ist es kalt und dunkel. Eigentlich will man nur auf der Couch hängen und dann sofort ins Bettchen schlüpfen. Doch es spielen Jonathan Gordon und dann Liann im Zielstatt 37, einer Ateliergemeinschaft in Obersendling. Es gibt Sofas, Decken, Teppiche und natürlich Einwegkameras. Danke, dass wir an diesem Abend doch noch raus sind und mit schöner Musik verwöhnt werden. Es ist voll bis auf den letzten Bodenplatz, doch das macht es nur noch gemütlicher.

Nach einem sehr lieben Intro von Kilian “Ich freu mich sehr sehr sehr, dass so so so viele heute da sind” geht es auch schon los mit Jonathan Gordon, der eigentlich Fotograf ist. Nur mit einer Gitarre, Mundharmonika und seiner Stimme hat er uns von der ersten Minute an gewonnen. Es kommt genau dieses Gefühl auf, dass es nur bei Gitarrenmusik gibt und das auch nur Gitarrenmusik kann.

Zufriedene Gesichter. Lächeln und auch Grinsen hier und da. Es ist schön. Es ist einer von den guten Sonntagabenden. Er schließt mit „I met my hero on a saturday night“ und ebnet den Weg für Liann.

 

 

Sie starten mit Chicago – ein kollektives Aaaawwww. Alle sind happy. Eigentlich fühlt es sich an, als wäre man endlich wieder im Proberaum. Stunden- und tagelange Jamsessions.

Sentimental ist es, aber das schöne sentimental. Beim ersten Mitsingen kommt Kichern auf. Man kennt sich ja quasi schon irgendwie, zumindest in seinem Knieradius. Die Band hat Spaß. Das Publikum hat Spaß. Schönes Ding. Die flüstern auf der Bühne und dann wird das Publikum auch noch mit der Einwegkamera fotografiert. Ab jetzt werden Sachen ausprobiert und das Testpublikum ist überzeugt. Ein Hut geht rum wie in den guten alten Zeiten.

Zum Schluss wird die Geige ausgepackt und wir stehen auf und tanzen. Wir brüllen Eva. Felix wird auch noch ausgepackt und tatsächlich haben sich alle lieb heute Abend.

Auch Kilian wird sentimental, „einer der schönsten Auftritte, die ich je gespielt hab“, und entlässt uns schon fast in die stille Nacht. Noch ein letzter Song und dann „Heim“.

Das schreit nach Dylan Thomas: „Empör dich, weil das Tageslicht erstirbt! Geh nicht in Frieden in die gute Nacht!“(L.A.)