MAXINE KAZIS – Debüt EP “Metamorphose” erscheint am 15. Juli

MaxineKazis_MetamorphoseGeht das, sich verlieben in unter 20 Minuten? Und das auch noch auf Deutsch? Ja, geht. Maxine Kazis ist der Beweis. Fünf Stücke, eine EP, eine andauernde „Metamorphose“. Bums, verknallt, fertig. Ihre Mischung aus Melancholie, Wut, Ehrlichkeit, hübschen Beats und der richtigen Menge Rotz scheint auf den Sommer 2016 gewartet zu haben. Oder vielleicht hat der Sommer 2016 auf sie gewartet. Auch egal, oder? Jedenfalls ist sie jetzt hier. Und sehr da. Und ganz sie selbst. Was das heißt: „Weiß ich nicht genau. Man wird, glaube ich, eher ständig irgendwas, als irgendwas zu sein. Macht die Sache mit dem Leben auch spannender, findest du nicht?“

Ihr beim ständigen Werden zuzuhören und zuzusehen, könnte eins der großen Wunder im deutschen Pop der nächsten Jahre werden. Auch wenn sie ihren eigenen Stil eher so beschreibt: „Irgendwie Elektro, vielleicht? Eigentlich wollte ich immer eine große Singer-Songwriterin sein. Hab dann aber irgendwann gemerkt, dass ich vielleicht nicht nur das Mädchen mit der Gitarre bin und mir ein Beat ganz gut tut.“ Kann man so sagen, für den Moment. Was „Metamorphose“ ist: melancholisch, wütend, frech, stellenweise extrem tanzbar und wahnsinnig ehrlich. Die EP räumt in ihren fünf Tracks mal fix jedes Gefühl ab, dass man als junge Frau so haben kann. „Wer wird uns sehn“, „Tanz Für Mich allein“ und „Abgrund“ balancieren auf einem Drahtseil zu jeder Tages- und Nachtzeit über dem offenen Herzen ihrer Interpretin und müssen sich ab und zu an jemandem festhalten, um nicht abzustürzen. Trotzdem geht’s vorwärts. Ob allein, mit Frauen, Männern oder wieder allein, ist dabei erstmal nicht so wichtig. Sieht man auch gleich:

„Ich habe mich, als wir das Video zu ‚Wer wird uns sehn‘ geplant haben, gefragt, warum man diese Art von Geschichte eigentlich immer nur mit heterosexuellen Paaren sieht. Weibliche Körper zusammen gehen doch auch. Also habe ich meine ehemalige Tanzlehrerin angerufen, und wir haben das getan. Nicht unter dem Motto ‚Komm, lass uns ein Lesben-Video‘ drehen. Sondern einfach, weil es schön ist.“ Ihr gesamtes Team besteht aus schwulen Männern. „Das hat jetzt auch keiner hinterfragt. Warum sollte man das 2016 auch?“

„Ex“ ist „in 20 Minuten geschrieben. Das ging ganz schnell. Wir hatten so viel Spaß. Solche Nächte passieren mir auch. Nicht oft, aber wenn, dann muss man loslassen und mitspielen. Und, wenn man dann ohne Schrammen rauskommt, hat man es nicht richtig krachen lassen.  Dass der so demomäßig und derb klingt, gehört einfach dazu. Das haben wir einfach gemacht und fertig.“ Jut jeworden, würde man da wo der Song hingehört jetzt sagen.

Die 26-Jährige lebt nach Zwischenstationen in Basel, Hamburg, Mykonos jetzt in Berlin Kreuzberg und gehört dahin. Ist gelernte Schauspielerin und Musikerin. Aber, ihre Seele ist Tänzerin, schon immer. „Hinfalln Aufstehn Weitertanzen“, „Der wichtigste Song auf der EP, ganz bestimmt“,  ist einer über Essstörungen, zu dem man abrocken kann, wenn man will. „Ich habe Ballett getanzt, seit ich fünf war. Und mit 19 aufgehört, weil ich musste. Ich habe getanzt und nicht gegessen oder gekotzt, bis ich kaputt war. Ich wollte einfach die Beste sein. Bis ich fertig war.“

Darüber zu schreiben war hart, „aber wenn es Menschen dazu bringt, sich zu hinterfragen, sich anzugucken, ob das, was sie machen, gesund ist, wenn ein paar Frauen ihre Waage aus dem Fenster schmeißen und ‚Fick dich‘ zu ihrem Wunsch nach Perfektion sagen, ist schon viel erreicht.“ Findet sie sich schön? „Manchmal, das wird noch.“ Dafür können das jetzt andere tun, sie schön finden: Dafür braucht man nicht viel, das meiste bringt sie schon mit. Einfach angstfrei alle Luken auf. Und dann mal gucken, was wird.

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