Ms Mr – Pop mit Köpfchen – Neues Album „How Does It Feel“

MSMR_AlbumCoverLizzy Plapinger und Max Hershenow – das sind Ms Mr und sie kommen aus New York. Sie machen Pop. Aber das ist gar nicht schlimm, wie man zunächst meinen könnte, denn das, was sie machen, klingt gar nicht so arg poplastig oder glitzerig, wie man sich das vorstellt. Das Schöne an ihrer Musik ist, dass es nicht immer schnörkellos ist, zuweilen auch kantig, eckig, vielleicht ab und zu auch nicht ganz vorhersehbar. Kurz: Pop, dem man auch mal gerne zuhört.

Mit ihrer neuen Platte „How Does It Feel“ beweist das Duo, dass sie intelligente Texte mit Melodien, die zu Ohrwürmern werden können, mixen können. Und es ist nicht einfach nur ein langweiliges, weichgespültes Wischiwaschi, sondern wartet auch durchaus mit melancholischen, tiefgründigen Melodien und musikalisch spannenden Wendungen auf. Doch gleich der zweite Song „Criminals“, dessen Titel vielleicht etwas mehr zu versprechen scheint, enttäuscht dahingehend ein wenig, als dass er stark beginnt, doch gegen Ende an Glanz verliert und sich in einem Dahinplätschern scheinbar wohlzufühlen scheint. Feiner wird es dann bei „Wrong Victory“, beinahe schon pathetisch. Ein kompletter Spannungsbogen scheint sich jedoch nicht recht finden zu wollen, da es anstrengend anmutet, dass sich jeder Song erst neu einfinden muss. Der Hörer wird am Ende eines jeden Songs in einen weiteren katapultiert, ohne sich richtig vom ersten verabschieden zu können. Das Gefühl, dass die Songs unvollendet sind, beschleicht einen, je länger man zuhört.

Lediglich bei „Leave Me Alone“ kommt die Tragik zum Vorschein, der rote Faden blitzt auf, es wird elektronischer, tanzbarer – die Message wird deutlich und ernsthafter. So ist es ein fortwährendes Auf und Ab, das sich Bahn bricht, um immer mal wieder kleinere Highlights zu setzen, doch am Ende kann man beinahe so etwas wie musikalisch enttäuscht sein, wenn man sich mehr erhofft hatte. Innovativ ist möglicherweise nicht die erste Assoziation, die aufkommt, denn Beats aus den 80ern sind schnell gebastelt und auch auf der neuen Platte zu Hauf vorhanden.

Ein wenig wackelig präsentieren sie sich also, man hätte mehr erwartet, zum Durchhören und Tanzen jedoch tauglich.(A.K.)

https://www.youtube.com/watch?v=bBPxuWenTFc