Multikulti und Solidarität – 29. Munich Rocks im Ampere München

Wie jedes Jahr im November kamen auch diesmal wieder Jung und Alt im gemütlichen Ampere zusammen, um am 21. November gemeinsam 3 ausgewählte Musikhoffnungen kennenzulernen. Das Event war wie immer für alle kostenlos und neben dem bunten Münchner Publikum haben sich auch einige Flüchtlinge eingefunden.

Den Anfang machten Gurdan Thomas, eine schwer einzuordnende Folk-Pop-Gruppe, die mit einem speziellen Instrumente-Mix aus Akkordeon, Gitarre, Gesang, Ukulele und Tuba einen ganz eigenen Sound kreiirte.

Nach einer kurzen Umbaupause übernahm dann Ella Josaline, die erst 16-jährige Pop-Newcomerin, die am gleichen Tag den Release ihrer ersten EP feierte und deshalb gleich doppelt aufgeregt war.
Ihr erster Song trug den Titel „Change The World“, eine große Aussage, mit der sie einen starken Start hinlegte. Dann zeigte sie, dass sie wirklich die Welt verändern will und animierte das Publikum zu einem kurzen Gedenken der schrecklichen Geschehnisse auf der Welt und zur Wertschätzung des eigenen Glücks. Dieser kurze Moment der Ruhe während des Konzerts erhielt in Anbetracht der Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan, vergangene Woche in Paris natürlich einen besonders bitteren Beigeschmack.
Ellas erste Songs waren englisch, typisch ruhig und bedacht, und hatten durch ihre klare, an einigen Stellen gewollt gebrechliche Stimme etwas Melancholisches an sich. Dann folgte „Wolke 7“, ein Song in gleichem Stil, diesmal aber auf Deutsch. Das Highlight ihres Auftritts sparte sich die Münchnerin für den Schluss auf. Mit „Free“, dem gleichnamigen Song ihrer EP zeigte sie, dass sie auch musikalisch optimistische Songs schreiben kann, Ohrwürmer, die das Tanzfieber entfachen. Gerne mehr von dieser Sorte.
Zusammengefasst ist Ella Josaline ist ein junges Mädchen mit besonderem musikalischen Talent und einer bemerkenswert reifen Haltung. Da es Ellas Musik seit dem 21. November endlich auch zu kaufen gibt, kann sich jeder, der ihren Auftritt im Ampere verpasst hat, mit ihrer EP „Free“ bis zum nächsten Konzert vertrösten.

Zum Schluss wurde dann endlich gescheit das Tanzbein geschwungen. The Living präsentierten ihren Indie-Pop: Ansteckend, nicht schwierig zu verstehen oder einzigartig an Klängen, sondern einfach ein Gute-Laune-Sound zum Tanzen, der Spaß machte, wo der Funken übersprang und verband. Ein schöner Abschluss des rundum gelungenen, bunten Musikabends.(P.P.)

Fotos Gurdan Thomas

fotos Ella Josaline

Fotos The Living

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