Neuer Kurs – Editors in der Münchner Tonhalle 

Editors„An End Has A Start“. Doch an den Anfang vom Ende wollte wohl noch lange keiner denken, als sich die Editors am 20. April in der Münchner Tonhalle Song für Song durch ihre mittlerweile sechs Alben spielten.

In Bezug auf die Bühnengestaltung wurde die Raumschiffform der Location ausgenützt. Leicht verschobene, unförmige Rahmen zierten die Bühnenwand und ließen im Hintergrund der britischen Musiker à la Matrix den Eingang ins Weltall vermuten. Auch an Strobos wurde, so wie es sich für eine echte Indie-Rockband gehört, nicht gespart.

Das war dann allerdings auch schon der einzige galaktische Aspekt der Konzertlocation. Das Publikum rechts und links war nämlich, begründet durch die Säulen entlang der Halle praktisch vom Geschehen abgeschnitten. Wenn fast ein Drittel aller Fans keinen einzigen Blick auf Tom Smith & Co. erhaschen kann, mag die Performance noch so stark sein, sie läuft ins Leere.

Und eigentlich gab es doch viel zu sehen. Rotes Licht war das visuelle Startsignal, ein aufgeregter elektronischer Puls das akustische Pendant. Pünktlich zu den schredderrnden Gitarrensaiten blitzten kühle Strahlen durch das Publikum. „A Ton Of Love“, „Blood“, „Ocean Of Night“, angefeuert durch das Klatschen der Zuhörer schnappten die Melodien ohne Unterbrechung zum nächsten Song über, wurden nochmal angespielt und gerne auch noch ein zweites Mal ins Intro eingeflochten.

Die Düsternis, die einst das Markenzeichen der Editors war, ließen die Briten auch an diesem Abend nur selten durchscheinen. Statt als Defizit lässt sich der neue Kurs aber auch positiv beurteilen, denn nach sechs Alben ist von lange Weile keine Spur, ganz im Gegenteil.(P.P.)

Fotos EDITORS

Fotos OCTOBER DRIFT