Noel Gallaghers High Flying Birds im Zenith München – Feuchte Augen für Oasis-Fans

nghfb-dsc-4719f1-2-8575Schon wegen der Vorband lohnte es sich definitiv, am Donnerstag ins Zenith zu kommen. Die Augustines überzeugten auch die, die den Namen vorher noch nicht kannten: Viele der Songs hat man einfach schon mal irgendwo gehört. Auf jeden Fall ein gelungener Einstieg in einen grandiosen Abend.

Eine Backsteinmauer wird auf die Bühne projeziert, die Band betritt die Bühne. Dann geht buchstäblich (dank der Videoinstallation) die Sonne auf, das Konzert beginnt. Noel Gallagher hat eine hohe Meinung von sich selbst, das merkt man, sobald das erste Mal seine Person überlebensgroß auf den Screen hinter der Bühne gespielt wird. Das ganze Konzert hindurch darf man ihn so in groß bewundern – Das macht in riesigen Hallen vielleicht Sinn, im Zenith wirkt es eher selbstverliebt. Ob das berechtigt ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Wenn gerade nicht Noel, oder großzügigerweise ein Teil seiner Band, zu sehen ist, muss man aber sagen dass die Videoinstallation schon wirklich gut ist. Ein bisschen wirkt das Ganze wie ein Live-Musikvideo.

Das Publikum ist jünger, als man es vermuten würde. Viele Leute um die dreißig, und eindeutig viele Oasis Fans – Am Publikum merkt man, welcher Song von Noel Gallaghers High Flying Birds und welcher tatsächlich von Oasis ist. Da trennt sich das Publikum in die, die wegen Noel da sind und die, die eigentlich nur die Kultsongs ihrer Lieblingsband hören wollen. Und die Band tut dem Publikum den Gefallen: Den Gesang bei „Champagne Supernova“ überlässt Gallagher teilweise komplett dem Publikum. Das fühlt sich toll an, weil alle in dieser Halle voll dabei sind und man merkt, das sind echte Fans, die diese Songs leben und fühlen.

In der Zugabe dann: „Wonderwall“, na klar. Wobei, dafür das das der Lagerfeuer Standard schlechthin ist, sind die Reaktionen im Publikum noch zurückhaltend, im Gegensatz zum fulminanten letzten Song: „Don’t Look Back In Anger“. Da fließen Tränen, erwachsene Männer strecken ergriffen ihre Hände zum Himmel, die Pärchen umarmen sich ganz fest und das Publikum übertönt fast den Sänger. Man ist Teil einer Menge, die diesen einen Song aus tiefstem Herzen feiert, und das macht glücklich. Es gibt sie, diese Konzertmomente, auf die man noch lange gerne zurückblickt – Und an diesem Abend sind defintiv welche entstanden.(M.S.)