PULSierend – Junge Szene beim PULS Festival 2015

Nicht umsonst war das PULS Festival in München wieder einmal ausverkauft, schließlich trifft sich hier jedes Jahr die Münchner Musikszene.

16 Bands, jung und politisch, spielten zeitlich versetzt in 3 Räumen des Funkhauses des Bayerischen Rundfunks und bildeten damit ein durchgängiges Programm ohne jeglichen Leerlauf. Da kam keine Sekunde Langeweile auf, ganz im Gegenteil, es war fast schon ein kleines bisschen stressig, alle Bands verfolgen zu wollen. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Auch atmosphäre-technisch hatte das PULS Festival wieder einiges zu bieten. Neben gemütlichen Sitzlounges, einer kostenlosen Fotobox und einem Gewinnspiel, bei dem man selbst mit größtem Würfelpech nicht leer ausging, gab es auch einen Live-Chat, in dem jeder seinen Senf dazugeben konnte. Eine lustige Aktion, bei der hier und da auch nützliche Hinweise gesendet wurden, und die einem durch Empfehlungen von nebenan, die eine oder andere Entscheidung zum nächsten Konzert erleichterte.

Dieses Jahr traten vor allem junge Bands auf, die das Publikum erst musikalisch einheizten und dann die Stimmung politisch aufheizten.

Cosby eröffneten den Abend, gefolgt von ganz viel Frauenpower mit Sara Hartman und der Stimmgewalt Lilly Among Clouds. Dann stellten Kytes ihr neues Album vor und weihten mit einer riesigen Portion Spaß und guter Laune die Tanzfläche für alle Indie-Disco-Fans ein, fetzig, lässig und mit dem gewissen Charme, der an britische Indie-Größen wie The Kooks oder Two Door Cinema Club erinnert. Ausgestattet mit dem gleichen Indiespirit überzeugte der Newcomer L´aupaire.

Richtig politisch wurde es mit dem Auftritt der Antilopen Gang. Ihr Liebeslieds wurde von Regenbogenfarben untermalt und mit dem Song „Beate Zschäpe hört U2“ setzten die Jungs dann ganz klar ein Zeichen gegen Fremdenhass, kräftig supported von den zahlreichen Zuhörern.

Auch Fans skuriler Musik kamen dank Schnipo Schranke und Die Nerven nicht zu kurz.

Ein Specialguest des Festivals war das Münchner Rundfunkorchester, das erst Sizarr und dann die Orsons bei ihren Konzerten unterstützte und ihnen so klanglich eine einzigartige Zusatznote verlieh.

Echte Geheimtips gegen Ende des Abends waren Findlay, eine freche, charismatische Popqueen aus Manchester mit einer wunderbar klaren Stimmer und der analoge Disko-Post-Punk von Pollyester.

Wer behauptet München hat keine Szene, konnte sich auf dem PULS Festival vom Gegenteil überzeugen. Es lohnt sich immer wieder, ein cooles, hippes Festival, das PULSiert.(P.P.)

Fotos PULS Festival 2015

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