Purple Velvet – Wenn Feminismus Musik macht

Warum sich auflehnen, warum die Meinung sagen, warum aufstehen und laut für etwas einstehen? Weil es wichtig ist und weil es so viel gibt, das unausgesprochen tabuisiert wird.

Am Donnerstagabend fanden sich im Feierwerk Rapperinnen ein, die nicht bloß leere Worthüllen auf Beats basteln, sondern mit ihrer Musik Menschen erreichen wollen und etwas zu sagen haben.

Sookee, Ebow und Taiga Trece, Shirlette Ammons und Lex Lafloy, unterstütz durch verschiedene DJanes.

Sie kommen aus München, rappen über München und sind sich nicht zu schade für heftige Worte: Ebow und Taiga Trece bringen das Feierwerk zum Tanzen, haben eine natürliche Bühnenpräsenz und stehen an diesem Abend zum ersten Mal zusammen auf der Bühne.

Shirlette Ammons folgt auf die beiden jungen Künstlerinnen und begeisterte mit Oldschool-Hip Hop und vor allem mit einer Lässigkeit und Ehrlichkeit, die entwaffnend war. Ernst mische sich mit Schalk und wurde vom Publikum gefeiert.

Sookee, sie sich seit über 10 Jahren vom Hip Hop-Mainstream absetzt, die Dinge beim Namen nennt und kürzlich ihr neues Album “Lila Samt” veröffentlichte, hält mit ihrer Meinung alles andere als hinterm Berg. Zuckersüß und beinahe liebevoll in der Kommunikation mit ihrem Publikum, beherrscht sie die harten Passagen, intelligenten und scharfen Worte in ihren Songs. Da ist nichts gestellt, nichts gekünstelt und so fliegen einem die Worte nur so um die Ohren.

Polemisch kann man es nennen, doch wenn man genauer hinhört, dann weiß man genau, dass da viel Wahrheit ist, die nicht herumfloskelt, sondern den Nagel auf den Kopf trifft.

Mit tanzbaren Beats findet der Abend seinen Ausklang. Feminismus muss nicht immer frustriert oder verbittert sein, sondern gewinnt durch diese selbstbewussten Frauen an Profil.(A.E.)

 

Anzeige