Stilvoll und in ungewöhnlicher Besetzung: Sunrise Avenue mit Big Band Theory in der Tonhalle München

München, 15.03.13.   Sie sind anfangs in der Welle von Pop-Rock untergegangen. Doch mittlerweile haben sich Sunrise Avenue mit ihren Songs durchaus einen Namen und international beliebt gemacht.

Vor allem die diesjährige Tour unterliegt einem vollkommen anderen Konzept: Sie treten mit Big Band auf und somit bekommen ihre Songs, die man durchstrukturiert kennt, eine völlig neue Klangfarbe, fast einen anderen Charakter.

Als Support traten zunächst Superscar auf, ebenfalls eine finnische Band. Eingängiger Rock-Pop, den sie dem Publikum boten, konnten aber dennoch nicht vollständig überzeugen.

Mit Sirenen und rotem Licht fing die Show des Hauptacts an. „Police Squad“, ein eindrucksvolles Intro, in dem der Fokus vor allem auf der Besetzung lag. Jazzig, funky und einfach Big Band. Zusammen mit den Sirenen ergab sich eine zunächst ungewöhnliche Klangkulisse, die nach und nach an Form gewann.

Unter Jubeln und Klatschen kam nach dem Intro Sänger Samu Haber, ganz in Big Band-Manier in Anzug und Fliege gewandet, auf die Bühne und stimmte sogleich den ersten Song an: „I Gotta Go“, der in der in der normalen Version eingängig und ohrwurmverdächtig ist, hat man erst beim Refrain erkennen können. Ein musikalisch spannendes und interessantes Arrangement, welches beim eher verhaltenen Publikum gut ankam.

Höhepunkte des Abends waren „I don’t dance“, „Stormy End“ und die Singleauskopplung des letzten Albums „Hollywood Hills“, auch, wenn die Stimme von Sänger Samu Haber nicht immer ganz zum Jazz passen mochte – zu rockig und in manchen Passagen wieder zu weich und pop-lastig. Sehr schön jedoch hier immer wieder der Einsatz von Cello, Mundharmonika, Percussions und Horn.

Bands, die sich in ihrem Genre gefunden zu haben scheinen, sich aber musikalisch immer weiter entwickeln, nicht stehen bleiben, Neues ausprobieren und vielleicht damit auch erstmal den schwereren Weg gehen mögen, sollte Respekt gezollt werden. Denn in Zeiten von Dubstep, Elektro und Autotune ist es durchaus kein Leichtes, sich noch an etwas Anderem auszuprobieren und etwas zu wagen, von dem man noch nicht weiß, wie die Fans, die eigentlich etwas Anderes gewöhnt sind, das Neue aufnehmen werden.

Bewiesen haben Sunrise Avenue, dass sie sowohl rockig, aber auch etwas jazzig können. Ein bunter Mix ihrer Songs bot einen schönen Start in das Wochenende.(A.E.)

Fotos Sunrise Avenue

Fotos Superscar

 

 

 

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