Tiefgang mit Lässigkeit – Revolverheld in der Olympiahalle München

Ein Abend des deutschen Gefühlsrock bot sich am 29. März in der Olympiahalle. Im Rahmen von MTV Unplugged spielten Revolverheld ein Konzert in drei Akten.

Vor dem ersten Akt hieß es wegen des Verkehrschaos in München jedoch erst einmal Warten. Dann gab Vorband Julian Le Play eine Kostprobe seines kommenden Albums „Zugvögel“ und legte dem Publikum noch schnell sein Lebensmotto: „Wir haben noch das ganze Leben“ im gleichnamigen Song ans Herz. Und es schien zu wirken.

Außerdem wurde das Warten belohnt. Auf einer Leinwandprojektion hieß Schauspieler Oliver Wnuk das Publikum willkommen. Der Applaus des Videos wurde in der Halle tosend aufgegriffen, dann war es endlich soweit und Revolverheld traten auf die Bühne. Nicht jedoch wie erwartet, der Vorhang der Hauptbühne fiel nicht, stattdessen spazierten die Jungs quer durchs Publikum und begannen das Konzert passend zum Unplugged-Motto auf der kleinen Bühne inmitten der Olympiahalle. Nach einem Song in gewohnter Besetzung folgte der erste Gänsehautmoment: die Performance von „Spinner“ im Duett mit Rachel. Und das blieb nicht die einzige Überraschung an diesem Abend, Revolverheld hatten zahlreiche Gäste eingeladen.

Nach einer erneuten Einspielung folgte zur Begeisterung der Fans in der ersten Reihe Akt 2 und 3 auf der großen Bühne. Ein Catwalktraining wurde von einem Blockflötensolo gefolgt, dann wurde gerappt und geblödelt, um dann wieder zurückzukommen zu den ganz großen Balladen, die unter die Haut gehen. Diese Mischung aus Tiefgang und Spaß mit einer großen Portion Hamburger Lässigkeit zeichnete den Auftritt von Revolverheld aus.

Wer einen Abend voll durchgedrehter Groupies erwartet hatte, hatte sich getäuscht. Statt Teeneeband ist Revolverheld doch eher in der Sparte des ernstzunehmenden deutschsprachigen Rocks angekommen, das haben die Hamburger mit diesem Konzert bewiesen.(P.P.)

Fotos Revolverheld

Fotos Julia le Play

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