Von Hipstern und guter Musik – Kakkmaddafakka im Freiheiz München

Satellite Stories aus Finnland machen den Anfang und bringen den ersten skandinavischen Part auf dieses Konzert. Stimmung garantiert, das Publikum wartet auf die Hauptband, lässt sich aber auf den Klang ein, der gut ins Ohr geht, ankommt und niemals zu langweilen droht.

Pathetischer hätten Kakkmaddafakka ihr Konzert nicht anfangen können: Georg Friedrich Händels „Zadok the Priest“ aus seiner Krönungsmesse für Georg II. schallt in ohrenbetäubender Lautstärke durch das Freiheiz und wurde kurz danach mit Jubelschreien und lauten Rufen aus dem Publikum begleitet, als die Band, die so komisch, verrückt und doch unheimlich charmant ist, auf die Bühne kommt.

Sie starten rockig, sind gut drauf und heizen der ausverkauften Halle ordentlich ein. So ominös sie gestartet sind, so locker geben sie sich im Verlauf des Abends und beweisen, dass sie eine der Bands sind, die auf der Bühne für ihre Musik leben. Auch, wenn „authentisch“ schon beinahe ausgelutscht klingt, so passt es auf Kakkmaddafakka an diesem Abend ganz besonders.

Publikumsnah, gut gelaunt und musikalisch abwechslungsreich feiern sie auf der Bühne mit ihren Fans, zeigen dabei ihren individuellen Stil und überzeugen mit Taktwechseln, abwechslungsreichen Rhythmen und harten Riffs, die blitzschnell in warme, weiche und mitreißende Songs wechseln. Sänger Axel Vindenes flirtet mit den weiblichen Fans, welche ihm unverblümt ein „Wir lieben dich!“ entgegenrufen. Er erwidert: „I can do you a favour in return: I love you, too.“ Der Jubel war groß, der Sänger war sichtlich gerührt. Später am Abend, es war sehr warm, steht Vindenes oben ohne auf der Bühne – auch das kommt sehr gut an.

Das Münchner Publikum („Wir sind Hipster und tragen wieder Turnbeutel. Oder immer noch. Und hören hippes Radio, weil wir keine Lust mehr auf Nietzsche bei veganem Latte haben“) ist textsicher, tanzt, klatscht und freut sich. Strahlende Gesichter, glückliche Menschen, die dieses Konzert wohl in langer Erinnerung behalten werden. Und das wird nicht schwer fallen. (A.E.)

Fotos Kakkmaddafakka