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Willkommen in den 80ern: Steel Panther im Zenith München

Mit Fozzy ging es los und dem Publikum wurde schon gut eingeheizt. Als Steel Panther in ihren irgendwie nicht in diese Zeit passenden Outfits die Bühne stürmten, durfte man nach wenigen Minuten ziemlich verblüfft sein ob ihren musikalischen und technischen Fähigkeiten. (Satchels Solo mit Bachs Prelude in c-Moll war da wohl eines der wahrlichen Highlights!)

Geflucht wurde viel: „I cannot believe how fucking awwsome this fucking concert is. How many of you have seen Steel Panther? Fuck you.“ Ooookay. So funktioniert Glam-Metal also. Das immer wiederkehrende Vibrato in der Stimme und die ausgiebigen Gitarrensoli kennt man noch eindeutig aus den 80ern und so hämmerten, tüdelten und rockten Steel Panther drauf los.

Auch das Publikum zeigte sich ziemlich bandnah und kam in Perücken, Bandanas und glitzernden, verboten hautengen Leggins und prostete in regelmäßigen Abständen der Band zu. Etwas enttäuschend war allerdings die Besucherdichte – beim Eingang bot sich ein mageres Bild: Abgetrenntes Zenith und gefühlt 1000 Leute, die sich in den ersten Reihen drängte.

 

 

Auch die Songs ihrer aktuellen Albums „Lower The Bar“ kamen gut an, wenngleich sie etwas an Drive verloren zu haben scheinen. Es ist eine Musik, die 2018 in eine Nische gerutscht ist, in die sie vielleicht nicht unbedingt gehört. Eine ungerechte Behandlung, doch in Zeiten von Justin Bieber, Max Giesinger und Charlie Puth leider kein Wunder.

Und dennoch gingen die Besucher glücklich nach Hause. Mit verrutschten Perücken, durchschwitzten Muskelshirts und im Ohr noch die Erzählungen über „Ständer“ und „Muschi-licking“. Naja, besser als weichgespültes Gesäusel über die eigenen first world problems, die sowieso schon hundertfach rauf- und runtergespielt wurden.(A.E.)