Within Temptation am Sonntag im ausverkauften Zenith München

Zwischen Headbangen und Erinnerungen

München, 09.04.14.   Was selten ist, wurde an diesem Abend zur schönen Wahrheit: Die niederländische, ebenfalls dem Genre Symphonic-Metal angehörende Band Delain mischte als Support des Abends das Zenith ordentlich auf und schaffte es, dem Publikum einzuheizen.

Da Rockantenne Bayern das Konzert präsentierte, gab es kurz vor Beginn des Hauptacts noch eine kleine Ansage durch Moderator Thomas Moser, auch genannt Metalmoser. Mit gigantischem Bühnenbild wurde die Show eröffnet, über der Bühne hing ein großes Cover des aktuellen Albums „Hydra“, die Show selbst wurde mit einer eingesprochenen Einleitung begonnen.

Der Jubel war groß, als Sängerin Sharon Janny den Adel mit ihrer Band die Bühne betrat und die aufgebaute Treppe hinunterschritt, nachdem der Vorhang für „Let Us Burn“ gefallen ist.

Nach knapp drei Jahren Pause präsentieren sich die Niederländer in bester Form, bringen viel Repertoire mit und besänftigen vor allem mit aktuellen Songs von „Hydra“ das Publikum, welches nach dem letzten Album – verständlicherweise – etwas enttäuscht gewesen ist. Doch mit diesem Album haben sie wieder dahin zurückgefunden, was sie 1998 angefangen haben.

Da ist nichts Weiches oder Sanftes mehr in den Songs, sondern harte Klänge, wie man sie vom Symphonic Metal gewöhnt ist und auch erwarten darf.

Zwischen harschen Passagen und samtig gesungenen, sich in oberen Oktaven bewegenden Zeilen findet sich den Adel hervorragend zurecht, animiert ihr Publikum und lässt auch nach einigen wenigen Songs diese weiße, mit Glitzersteinchen bestickte Jacke fallen und präsentiert sich im kurzen Schwarzen.

Die Einen headbangen, pogen, tanzen, die Anderen stehen schwelgend da, genießen den Augenblick. Within Temptation hauen nicht einfach drauf, sondern finden ein Gefühl für ihre Musik und speziell für das, was ihre Fans wollen. Nicht, dass sie es allen recht machen wollen oder gar müssen, denn dafür haben sie mittlerweile ein viel zu gutes Standing.

Man hat nicht das Gefühl, in ein Theaterstück entführt zu werden oder sich gar in einer fremden Welt zu befinden. Ja, es ist eine musikalische Reise, auf die einen die Symphonicmetaller mitnehmen und man geht gerne mit auf diese Reise. Man lässt sich leiten, verliert sich womöglich sogar in den Melodien. Es sind Melodien, die träumerisch, sphärisch sind, immer wieder unterlegt mit harten Metalriffs, die aber dann doch nicht mehr so hart erscheinen, sobald den Adel anfängt zu singen. Auch, wenn man gerne in Erinnerungen schwelgen möchte, beweisen Within Temptation, dass „Hydra“ durchaus live-tauglich ist.(A.E.)

Fotos Within Temptation

Fotos Delain

 

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