Zwischen neu und alt – ein Pohlmann, der begeistert

An diesem Konzertabend gibt es keine Vorband und somit konnte es gleich losgehen. Und schon packt einen die emotionale Berg-und Talfahrt, die Divergenz zwischen Melancholie und Intimität findet dennoch in diesem Ambiente zusammen. Obwohl Pohlmann sich darauf versteht, genau diese Stimmung sowohl mit alten als auch mit neuen Songs zu kreieren, wird bei „Singing in the rain“ mitgeklatscht. Begleitet wird Pohlmann von Cello und Schlagzeug, wieder ruhiger wird es, wenn er selbst von der Akustik- zur E-Gitarre wechselt. Ungewohnt wuchtig, ungewohnt breit, aber vom Publikum gefeiert, zumal er sich damit von gewohnten Singer-Songwriter-Attitüden abzuheben vermag.

Hier wird mit Bravour das gemeistert, was viele auf der Bühne noch nicht so ganz raushaben: Pohlmann weiß, wann er sein Publikum durch Anekdoten zum Lachen bringen kann, wann er animieren muss und wann er schweigen und wann Musik machen soll. Hier merkt man, dass es er Vollblutmusiker ist, denn er intensiviert die Musik nicht etwa durch Syntheziser, sondern durch seine abwechselnd mitreißende, nachdenkliche, sympathische und authentische Art, die dieses Konzerterlebnis zu einem besonderen machen, das man so schnell nicht vergessen wird. Im Gegenteil: Pohlmann hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Ein gelungener Freitagabend, der mit drei Zugaben zu Ende ging.(A.E.)