22 Jahre Backstage und es wird nicht langweilig

München, 13.01.13.   Dass sich eine Location beinahe ein Vierteljahrhundert in München halten kann, ist doch schon eher eine Seltenheit. Vor allem ist es selten, dass sich das Programm über die Jahre hin verbessert und nicht langweiliger, schleppender oder unangenehm wird.

Das Backstage an der S-Bahnstation „Hirschgarten“ hat genau das geschafft und feierte am vergangenen Freitag seinen 22. Geburtstag. Und für die feierwütigen Backstage-Gänger wartete so Einiges. Im Werk traten Die Orsons, Main Concept, Team Makasi, Peacecamp Band, Fatoni und Change&Famos&Sinartistix auf – mit Einigem an Hip Hop auf die Ohren, anschließend das Late Night Special mit den Bulldogs und Dubstep-Remixes und DJ Mic-E.

Man kennt es doch von diversen Parties. Im Zimmer vom Mitbewohner gibt’s Nischenmusik, die man sich, nachdem der Rotwein aus der schon recht vollen Küche stibitzt wurde, gehört wird. Dann ist da noch der Balkon, da trifft man sich zum Rauchen. Der Flur bietet Platz für Schuhe, die, je später es wird, sowieso nicht mehr ausgezogen werden und einfach alle, die sich mit „Hey, was machst DU denn hier?“ begegnen. Ein (Wieder-)kennenlernen sozusagen. Dann ist da noch das Badezimmer, in dem dann der obligatorische „Dude im Freundeskreis“ irgendwann vor der Badewanne einschläft. Und dann ist da noch die Küche. Mal ehrlich – die besten Parties finden doch immer noch in der Küche statt. Da gibt’s was zu trinken, die Knabbereien, meistens auch Musik und zu später Stunde wird dann auf dem Boden „Ich habe noch nie“ gespielt. Oder man sitzt einfach nur noch auf dem Boden und befindet einstimmig „War die coolste Party überhaupt.“

Ähnlich cool war es im Backstage, denn das Backstage wäre nicht das Backstage, wenn es nicht seine verschiedenen Locations bespielen und ausnutzen würde. In der Halle kamen Ska-Fans auf ihre Kosten, denn die Bands Buster Shuffle und beNuts verstanden sich darauf, das Publikum zum Tanzen zu bringen und ihre eigene, dekadente und schweißtreibende Party zu machen. Im Anschluss daran folgte eine Party mit Crossing Friday All Stars, im Club konnte zu jamaikanischen Rhythmen getanzt werden.

Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, gab es im Werkstatt-Studio Popp The Trash- Fast Lap & Max Fresch mit special guest Rummelsnuff.

Wo der Eine oder Andere bei einem Eintrittspreis von 11 Euro (nach 20:22 Uhr) vielleicht noch geschluckt hat, konnte aber nach einem Rundgang durch alle Locations festgestellt werden, dass sich jeder Cent gelohnt hat. Besonders die Bands Buster Shuffle und beNuts spielten zwei lange Sets, die sich durchweg sehen und hören lassen konnten: Da blieb kein Tanzbein ungeschwungen und auch das typische Kopfnicken oder Fußwippen war verschwunden, denn beide Bands überzeugten mit Charakter, Selbstsicherheit, Bühnenerfahrung und nicht ganz so gewöhnlicher Musik, was erfrischend, charmant und aufmunternd war.

Gute Laune brachten, wie bekannt, Die Orsons auf die Bühne und auf die Unentschlossenheit in „Rosa, blau oder grün – bah!“ konnte man nur mit „Ja!“ antworten.

Eine gelungene Geburtstagsparty, zu der wir nur „Danke und herzlichen Glückwunsch, Backstage“ sagen können. Wir hoffen auf weitere 22 Jahre Party, Konzerte und allerlei Überraschungen, die uns erwarten. (A.E.)

 

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