AURORA – Video zu „Murder Song“ veröffentlicht

Aurora_RWTW_CoverDie Singer-Songwriterin Aurora Aksnes kreiert düstere Popsongs von außergewöhnlicher Tiefe. Seit ihrem zehnten Lebensjahr schreibt die 18-jährige eigene Songs, das Handwerk hat sie sich selbst beigebracht. “Ich habe eine Menge Übung, aber dass ich mal auf einer Bühne stehen oder bekannt sein würde, hätte ich mir nie träumen lassen”, sagt sie. “Das war nie mein Ziel. Ich wusste nur eins: dass ich Lieder schreiben musste.”

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Video-Link: https://youtube.com/watch?v=-oawluK_Dlk

Von ihren Eltern wurde Aurora, die in der norwegischen Stadt Bergen aufwuchs, nie zur Musik gedrängt – weder als Beruf noch als Hobby. “Ich schätze, darum hatte ich so viel Freude daran. Ich war die einzige, die mich unter Druck setzte. Ich habe das nur für mich selbst gemacht, und ich glaube, für ein Kind ist das am besten.”

Ihre früheste musikalische Erinnerung ist der Dachbodenfund eines kleinen E-Pianos im Alter von sechs Jahren. Aurora war fasziniert von den bezaubernden Klängen, die sie diesem eher unauffälligen Instrument entlocken konnte und von ihrer eigenen Fähigkeit, klassische Stücke nach Gehör zu spielen. “Durch diese Erfahrung entwickelte ich ein großes Interesse am Klavier als Musikinstrument“, erklärt sie, “und es hat mir Spaß gemacht, Songs, die ich gehört hatte, auf dem Klavier nachzuspielen. Ich hatte keinen Klavierunterricht. Ich hab mir alles selbst beigebracht. Noten kann ich immer noch nicht lesen. Ich habe einfach nur alles nachgespielt, was ich schön fand.”

Schon früh begeisterte Aurora sich mehr für die großen Singer-Songwriter und weniger für Popmusik. “Das erste Album, in das ich mich verliebte, war von Leonard Cohen”, berichtet sie. “Es war ein ‘Best Of’-Album. Den Song ‘Suzanne’ fand ich großartig. Den habe ich von Anfang an geliebt. Er hat mich schon als Kind berührt. Ich glaube, das lag am Sound der Gitarre – er strahlt eine Wärme aus, wie ein Sommertag. Ich war sofort entspannt. Und seine Stimme – es ist fast, als würde er reden, und dann nur ein ganz kleines bisschen singen. Bis heute liebe ich die Ruhe darin.”

Im Laufe der Zeit begann Aurora selbst zu komponieren. Mit zehn begann sie englisch zu lernen. “Damals hatte ich das starke Bedürfnis mich auszudrücken, und so schrieb ich Songs. Und da ich gerade englisch lernte, waren die Texte englisch. Es wäre natürlich leichter gewesen auf Norwegisch, meiner Muttersprache, zu schreiben, aber ich denke, das wäre zu nah an mir dran gewesen, zu persönlich“, erklärt sie. “Wenn man eine Fremdsprache spricht, ist es irgendwie, als wäre man nicht man selbst. Daher ist es leichter für mich, auf englisch zu singen.”

Bis ins Teenageralter hörte niemand Aurora ihre eigenen Songs spielen. Erst als sie 14 Jahre alt war, bemerkte ihre Mutter, dass Aurora sich permanent in ihrem Zimmer vergrub, um zu komponieren, und sie bestand auf einer Kostprobe. “Ich glaube, bis dahin wussten meine Eltern tatsächlich nicht, dass ich überhaupt Lieder schrieb”, erinnert sich Aurora. “Als meine Mutter dahinter kam, musste ich ihr alle meine Songs vorspielen. Sie mochte die Texte und meinte, dass ich andere Leute daran teilhaben lassen sollte, anstatt sie für mich zu behalten, da die Stücke für manche Leute eine Hilfe sein könnten. Und so begann ich meine Musik öffentlich zu spielen. ”

In ihrer Schule fand schließlich Auroras erster Auftritt statt. Sie war gerade 15 und der Gedanke, dass ihre Musik Leute in bestimmten Situationen erreichen könnte, schützte sie nicht vor dem extremen Lampenfieber, das sie völlig unvorbereitet traf, als sie mit ihren sehr persönlichen Songs auf die Bühne ging. “Es dauerte eine ganze Weile, bis ich vor Publikum auftreten konnte”, sagt sie. “Meine Nerven lagen wirklich blank. Ich hatte soviel Angst, ich bin fast gestorben. Es hat echt keinen Spaß gemacht. Es war schrecklich. Heute ist es nicht mehr so schlimm wie bei meinem ersten Auftritt, aber ich bin immer noch nervös. Allein der Gedanke, dass Leute zu deinem Konzert  kommen und gewisse Erwartungen haben… zum Glück habe ich nicht mehr das Gefühl, gleich sterben zu müssen, und ich kann es mehr genießen. Man hat mir gesagt, dass ich mittlerweile gar nicht mehr nervös sein sollte, aber das kann ich nicht bestätigen. Ich hoffe, das geht bald weg.”

Ein Jahr nach ihrem ersten Auftritt wurde jemand außerhalb ihrer Schulaula auf Aurora aufmerksam. Es war kurz vor Weihnachten und Aurora hatte als Geschenk für ihre Eltern ein Stück aufgenommen. Eine Freundin hörte es, bat Aurora um eine Kopie und lud den Song auf eine norwegische Streamingsite hoch. “Vielen Leuten gefiel der Song”, berichtet Aurora, “darunter auch Made Management. Seitdem managen sie  mich. Als ich bei ihnen unterschrieb, hatte ich das Gefühl, dass es jetzt losgeht, aber erst als ich den Vertrag bei Vertigo, Decca und Glassnote bekam, wurde es wirklich ernst.”

Mit den Produzenten Magnus Skylstad und Odd Martin Skålnes begann sie an ihrem ersten Album zu feilen. Die beiden spielen auch Schlagzeug bzw. Bass, in Auroras Band und so war es für sie ganz natürlich, mit ihnen zusammen aufzunehmen. Der Sound der Stücke ist nicht übertrieben modern. “Ich schätze, ich bin ganz schön altmodisch”, sinniert Aurora. “Ich bin nicht wirklich auf dem Laufenden, was neue Musik angeht und ich habe keine Ahnung, was gerade der ‘heiße Scheiß’ ist. Ich höre immer noch Bob Dylan und Leonard Cohen und das war’s eigentlich auch schon. Ein paar Soundtracks, wenn ich Lust auf etwas Instrumentales habe. Oh, und ich liebe Heavy Metal; Mastodon zum Beispiel. In gewisser Weise ist das auch einer meiner musikalischen Einflüsse. Mich fasziniert das Düstere und Harte daran. Meine Songs können auch recht düster und hart sein – zumindest was die Texte angeht.”

2015 wird Aurora auf einer Reihe von Showcase-Festivals live zu erleben sein und so pendelt ihre Gefühlslage momentan zwischen positiver Aufregung über die Chance, den Leuten ihre Musik zu präsentieren und dem Lampenfieber, das sie schon immer vor Liveauftritten hat. “Ich will nur, dass die Leute meine Musik hören und ich hoffe, dass sie etwas für sich herausziehen können”, sagt sie. “Es wäre schön, wenn sie dem einen oder anderen sogar hilft, denn mir hat sie im Laufe der Jahre sehr geholfen. Ich bin ein sehr sensibler Mensch. Es macht keinen Unterschied, ob mir selbst etwas Schreckliches passiert oder einer Freundin oder jemandem in den Nachrichten – ich nehme das alles in mich auf und denke darüber nach und fühle mich hinein. Ich muss über alles schreiben, was ich fühle, egal ob es meine Gefühle sind oder die eines anderen. Ich fühle es einfach. Darum ist das Schreiben für mich so wichtig. Ich möchte einfach weiter das tun, was ich tue und Songs schreiben, die mir auf meinem Weg helfen. Ich will die Freude an der Musik nie verlieren.”

 

quelle: Kkatrin brauer promotion – universal music  – Foto: Kenny McCracken