Circa Waves veröffentlichen am Freitag „Different Creatures“

Nach dem umjubelten Indie-Rock-Debüt mit Surf-Pop-Anklängen aus dem Jahr 2015 legen Circa Waves aus Liverpool am Freitag mit ihren Zweitwerk „Different Creatures“ nach.

Während der erste Longplayer beim Hören nicht nur Erinnerungen an die frühen Nullerjahre, an Bands wie The Strokes oder Libertines wachrief, sondern auch an die goldene Zeit des Britpops sowie den Powerpop der späten 70er-Jahre und es mit dieser Mischung in UK in die Charts-Top10 und in sämtliche Radio-A-Rotationen schaffte, ist zwei Jahre später von diesem überschwänglichen „Happy Go Lucky“-Rock auf „Different Creatures“ nicht mehr viel übrig. Die Band rund um Frontmann und Songschreiber Kieran Shudall erfindet sich schon bei Album Nummer zwei neu und offenbart ein Faible für verzerrte Gitarren, düstere Lyrics und große Gesten.

 

 

Man könnte hier in den an dieser Stelle oft einsetzenden Klagegesang einstimmen. Erklären, wie schwierig das mit der zweiten Platte oft ist. Wie häufig gerade bei jungen Twentysomething-Bands die Energie des Debüts nicht gehalten werden kann. Nur stimmt das im Falle der Circa Waves nicht. Es dauert nicht lange, bis man bemerkt, dass sogar das Gegenteil der Fall ist. Genau genommen dauert es bis zu dieser Erkenntnis etwa zehn Sekunden. „Wake Up“ heißt die erste Single und der Opener des Albums, und er ist nicht weniger als ein Brett. Sägende Gitarren, die mit dem Fuß auf dem Effektpedal und ohne jeden Kompromiss nach vorne gehen. Ein peitschender Beat. Und ein Shudall, der seine charakteristische Stimme, die auch auf diesem Album dafür sorgt, dass jeder Song sofort als Circa Waves-Nummer erkennbar ist, dem Hörer regelrecht ins Gesicht spuckt.

Das hat mit dem Sound des Erstwerks nicht mehr viel zu tun. Gemeinsam mit Produzent Alan Moulder (Arctic Monkeys, Interpol, The Killers, White Lies) hat die Band eine Klangästhetik entwickelt, die Wege aufzeigt, Gitarrenrock wieder groß zu machen und eher an Queens of the Stone Age erinnert denn an klassischen Britpop und „T-Shirt Weather“. So haben Frontmann Kieran Shudall, Gitarrist Joe Falconer, Bassist Sam Rourke und Drummer Colin Jones mit „Different Creatures“ ein dunkleres, aber nicht minder eingängiges Gegenstück zu ihrem Debüt geschaffen.

Circa Waves live:
18.04.2017 Hamburg, Molotow
19.04.2017 Berlin, Privatclub
25.04.2017 München, Kranhalle
26.04.2017 Köln, MTC