Egal, ob Sonne oder Regen: Das Theatron Pfingst Festival mit guter Musik und guter Laune im Olympiapark München

München, 21.05.13.   Damit wäre die fünfte Jahreszeit, die Festival-Saison auch schon eröffnet, bevor der Sommer überhaupt richtig Einzug erhalten hat. Zum zwölften Mal fand am Pfingstwochenende das Non Profit-Festival „Theatron Pfingst Festival“ im Olympiapark München statt und hatte auch in diesem Jahr jede Menge spannender musikalischer Acts zu bieten. Fünfzehn Bands in drei Tagen, von denen die meisten aus München und Umgebung kamen, einige haben aber auch den Weg von sehr weit her (z.B. den U.S.A, Großbritannien oder Kanada) nach München gefunden.

Dass die Verantwortlichen des Festivals (Thomas Lechner und Klaus Joelsen) auch in diesem Jahr wieder ein sehr gutes Gespür für den Geschmack der Besucher bewiesen haben, zeigte sich in der Auswahl und bunten Mischung der Bands.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Elektropop, die Sonne schien und die Besucher fanden sich zahlreich und trotz der Konkurrenz-Veranstaltungen Bon Jovi und Pink in Olympiastadion- und Halle vor der Bühne am See ein.

An diesem ersten Festivaltag traten Boy Android, Lary, Conquering Animal Sound, Jim Fletch, Tonwertkorrektur und Sarah Neufeld auf. Eine gelungener Mix aus Elektropop, Post-Pop, experimentelleren Klängen und Avantgarde. Das Publikum, noch in voller Picknick-Laune an diesem sonnigen Tag, war begeistert und ging mit. Highlight an diesem Tag waren definitiv Lary mit ihrer außergewöhnlichen Stimme, welche auch bei der kommenden Startrampe dabei sein wird, Tonwertkorrektur und Sarah Neufeld, welche mit ihrem Geigenspiel mehr als beeindruckte, indem sie mehrere Seiten scheinbar mühelos gleichzeitig spielte und dabei Brillanz, Musikalität und technisches Können bewies.

Graue Wolken schienen den Sonntag zu überschatten, es regnete und die Temperaturen lagen bei gefühlten Minusgraden. Doch all diese Faktoren schienen die Besucher nicht abzuschrecken, den Weg in den Olympiapark zu finden und sich trotz partiellem Regen und Kälte hinzusetzen und den musikalischen Klängen zu lauschen. Kurz entschlossen wurde von den Organisatoren an alle „Durchhalter“ eine heiße Suppe spendiert.

Es wurde etwas Indielastiger und Rockiger. Angefangen hat Paper Beat Scissors aus Kanada mit einer Mischung aus Folk und Rock und wusste, das frierende Publikum zum Tanzen zu animieren.

Das Wetter wurde besser und die Zuschauer „tauten“ auf. Gender Bombs haben mit Manual Kant getauscht, sodass die Landshuter die Bühne rocken konnten. Manual Kant brachten Indierock vom Feinsten mit und wurden von den grandiosen Larry And His Flask aus Kanada abgelöst, welche dem schlechten Wetter trotzten und einfach nur Party machten. Direkt vor der Bühne tanzten die Besucher ausgelassen zu den Folk-Punk-Klängen, welche ab und zu an eine schnellere Version von Mumford&Sons erinnerten. Definitiv DAS Highlight an diesem grauen Sonntag.

Mit Karo aus Würzburg trat eine Sängerin auf, welche nicht zum ersten Mal beim Theatron dabei war. Mit einer Stimme, welche gleichzeitig zart und durchdringend ist und welche die Texte unter die Haut gehen lässt, kam Karo mit ihrer Band hervorragend beim Publikum an.

Der letzte Act für diesen Abend, Chuckamuck aus Berlin, schien sich die Sonne schon selbst gebastelt zu haben. Etwas „verstrahlt“ betrat die Band die Bühne, schaffte es aber dennoch, den Sonntag abzurunden.

Der Montag brachte wieder besseres Wetter und somit auch wieder mehr Besucher mit sich. Der dritte und letzte Festivaltag bot mit weiteren fünf Bands einen krönenden Abschluss mit Indie-und Folk-Musik.

Well Well Well machten den Anfang, da gab es Indie pur auf die Ohren. Gleich gefolgt von Paper&Places aus Regensburg und Gender Bombs aus München, erfreute sich das Publikum an einer ganz besonderen Mischung an Pop, Indie und Rock. Paper&Places, die ein wenig wie Placebo klangen, erspielten sich, ebenso wie Gender Bombs, in den 45 Minuten ihrer Show sicherlich ein paar weitere Fans.

Großartig, künstlerisch, anders. Oy aus Ghana und der Schweiz sind eine andere Art von Musik. Musik, die unter die Haut geht, Musik, die bewegt, auch, wenn sie beim ersten Hören gar nicht danach klingen mag. Stimmlich zwischen Sprechgesang, traditionellen afrikanischen Klängen, Soul und Pop, bewies die Sängerin Joy Frempong ein unglaubliches Gespür für das Unkonventionelle, Neue, Interessante. Die Menschen tanzten ausgelassen und gingen mit der Musik mit.

Als Abschluss des gesamten Festivals trat Karin Park aus Schweden auf. Eine Künstlerin, welche durchaus Bekanntheitsgrad erlangt hat und welche sich stimmlich zwischen Größen wie Björk, Karin Dreijer-Andersson und Robyn bewegt. Elektro-Pop und den erster Güte.

Was bleibt zu sagen außer „Danke, dass es auch dieses Jahr möglich war, ein solches Festival zu organisieren und zu realisieren“? Besonderer Dank geht auch an Thomas Lechner und Klaus Joelsen, welche hauptverantwortlich für den Erfolg dieses Festivals sind.

Und hier noch die gute Nachricht zum Schluss: Der Vertrag wurde ja bereits letztes Jahr verlängert und somit wird es das Theatron Pfingstfestival auch noch mindestens bis 2015 geben. Da sagen wir mal ganz frech: Auf die nächsten 15 Jahre!(A.E.)

Fotos Theatron Pfingst Festival: Tag 1  –  Tag 2  –  Tag 3

 

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