Grund zum Feiern – Muffat Winterfest

Muffat Winterfest 2020

Zum neuen Jahrzehnt wird alles anders. Gott sei dank nicht ganz, so war auf den Startschuss der Musikfestivals in München wie immer Verlass. Traditionell eröffnete das Muffat Winterfest die musikalische Saison am dritten Januar in der Muffathalle. Auch diejenigen, die zum Jahreswechsel schon wieder nicht mit dem erhofften Geldsegen beschert worden waren, mussten nicht zögern, denn das Muffat Winterfest bot sechs Konzerte zu einem Eintrittspreis von gerade mal 5€.

Im Ampere machten Juicyproof Chet Faker Konkurrenz. Die rauchig reife Blues-Stimme mochte wohl einigen aus einem anderen Kontext bekannt vorkommen. Tatsächlich ist das Genre-Sampling aus wabernden Beats und smoothen Riffs das neue Projekt von Murat Kaydirma, bisher bekannt als Frontsänger der Whiskey Foundation.

Auch Xavier Darcy mischte sich unter die Acts des Abends. Als Kopf von The Charles ließ er klassisch rockig die guten Zeiten rollen.

Ein bisschen Red Hot Chili Peppers, eine Prise Sehnsucht, zwischen The Notwist und MGMT entführten Telquist in „Strawberry Fields“ und sorgten mit ihrer Show für das Highlight des Winterfests. Wer den Auftritt der vielversprechenden Newcomer verpasst hat, sollte sich den 27. März im Kalender markieren, wenn Telquist ihre Songs im Milla nochmal zum besten geben.

Auf der großen Bühne nahm der Abend ganz ohne Trap aber deutschsprachig seinen Lauf. Fast so schön geschrien wie von Henning May und fast so vernuschelt gereimt wie von Faber, könnten Provinz mit „Augen Rot“ die neue Hoffnung der deutschen Indie-Punk-Bands werden, seit Annenmaykantereit sich mehr und mehr dem Schlager zugewandt haben.

Zum Abschluss gab es nochmal so richtig Grund zum feiern, denn The King Of Cons bestritten in Zwei-Mann-Besetzung ihr Album-Release im Ampere. Die neue Scheibe nennt sich „Sacrifice“ handelt vom Nachtschwärmen und macht mit der flächigen Neo-Soul-Vertonung so einiges her. Wie hätte das neue Jahr besser starten können. (P.P.)

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