Irma im Ampere München

Wenn Musik still wird

Müchen, 25.05.13.   Sie ist noch nicht ganz Mitte 20, singt aber, als ob sie schon alles gesehen, alles erlebt hätte, ohne mit erhobenem Zeigefinger dazustehen oder belehren zu wollen.

Irma, gebürtig aus Kamerun, aufgewachsen in Frankreich, ist Vollblutmusikerin ohne “Nerd-Alert”. Ihre Stimme ist weich, sanft, leise, aber ergreifend und durchdringend. Sie braucht keine lauten Töne, um ihr Publikum zu erreichen. Sie brilliert mit ruhigen Gitarrensounds, die sie mit ihrer Loop-Station auf die Bühne bringt.

Ohne viel zu reden, sagt sie viel mit ihren Texten, übermittelt eine Nachricht und singt für die Zuschauer. Keine Spur von großem Getöse oder einer überkandidelten Show. Natürlich und ungeschminkt, ehrlich und sehr erwachsen präsentiert sich die Sängerin an diesem Abend im Ampere.

“Their Truth” kommt beim Publikum ebenso gut an wie “Love You” oder “Letter to the Lord” von ihrem im März erschienenen Album “Letter To The Lord”. Es sind keine typischen, radio-tauglichen Songs, sondern Lieder, welche unter die Haut gehen und das Konzert zu einem besonderen machen. Es reicht heutzutage nicht mehr, eine gute Stimme zu haben, denn eine solche haben viele. Es kommt darauf an, wie besonders diese Stimme eingesetzt wird. Zauberhafte und wundervolle Momente werden kreiert, wenn man das Gefühl hat, dass die Welt um einen rum stehen geblieben ist und man für ein paar Augenblicke nicht mehr an morgen denken muss.

Irma schafft mit ihrer Musik eine besondere Klangkulisse – nicht zuletzt deshalb, weil sie eine außergewöhnlich gute Stimme hat, sondern weil sie weiß, auch die ruhigen Momente in Szene zu setzen und eine Stille zu erzeugen, welche dennoch mit Musik gefüllt ist. Eine Stille, in der man sich aufgehoben fühlt. Aufgehoben und  angekommen. Es ist die Wärme in ihrer Stimme, eine Reife, die ihresgleichen sucht und die man so oft nicht findet.

Leise Gitarrenklänge, die im Singer-Songwriter-Genre zuweilen zu viel eingesetzt sind, oft gleich oder irgendwann einfach nur noch nach Kopien klingen. Doch Irma verzaubert ihr Publikum mit Gitarre und Klavier und hinterlässt ein sanftes Gefühl von echter Musik, Melodien, welche ins Ohr gehen und Klängen, die nicht basslastig eine Ganzkörpermassage bieten.

An diesem ‚November-Frühlingsabend’ finden die Besucher des Amperes in Irma genau die richtige Sängerin, welche mit schmeichelhafter, schöner und graziler Stimme einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Gespannt warten wir auf ihr nächstes Album, an welchem sie gerade arbeitet.(A.E.)

Fotos IRMA Ampere München

Hier gehts zum Interview.

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