ROCK IM PARK 2018 – Verlässliche Headliner und eine starke zweite Reihe

ROCKIMPARK2018Auch dieses Jahr wurden mit Mainacts wie den Foo Fighters und Muse die ganz Großen in Sachen Stadionrock und spektakuläre Liveshow verpflichtet.
Zunächst starteten die Punkveteranen Bad Religion. Hinter dem Drumriser hängt auch nach 38 Jahren ein Backdrop mit einem überdimensionalen, durchgestrichenen Kreuz. Tradition verpflichtet. Leider merkt man den Mannen um Greg Griffin all die Jahre im Business mittlerweile aber auch auf der Bühne an. Recht hölzern waren die Bewegungen, aber die Hits wurden alle gespielt… Und gut gespielt haben sie auch.
Rise Against hingegen gaben später richtig Gas und die Zeppelin Stage verwandelte sich zusehends in einen Hexenkessel.

Pünktlich zum ersten Headliner des Wochenendes erklang dann Gitarrengeschrammel aus dem Backstagebereich, kurz darauf rannte Dave Grohl wie ein Derwisch auf die Bühne. Der Mann scheint in frühem Kindesalter in einen Kessel mit Pathos gefallen zu sein. In Sachen Rockn‘ Roll stimmt bei den Foos alles. Die hochgekrempelten Hemdsärmel, der breitbeinige Stand, die Schweißbänder an den Handgelenken. Aber eben auch eine zum Mitgrölen verpflichtende Bühnenpräsenz.
Den ersten Festivaltag beendeten Meshuggah in der Alternarena. Im Publikum gab es nicht viele Bewegungen, die meisten Hörer standen mit offenen Mündern vor der Bühne und ließen diese kraftvolle Musik einfach auf sich wirken. Ein Höhepunkt in jeder Hinsicht.

Der zweite Tag bot nicht die großen Namen, es wurde eher auf die zweite Reihe gesetzt. Über Live-Qualitäten von A Perfect Circle und Stone Sour kann man sich nicht streiten. Marilyn Manson hingegen mag man oder man mag ihn nicht. Wider Erwarten eröffnete Manson sein Set pünktlich und er rauschte auch nicht nach zehn Minuten von der Bühne – da lässt sich doch von einem gelungenen Auftritt sprechen.
Beendet wurde der zweite Festivaltag erneut in der Alternarena mit einem DJ-Set von Vitalic. Der Bursche ist einigen auch unter den Namen Citizen Crew oder Hustler Pornstar bekannt. Die aufgelegten Beats des Franzosen bahnten sich ihren Weg direkt in die Beine des Publikums. Vor zehn Jahren hätte es diesen Auftritt im Rahmen eines Rock-Festivals nicht gegeben. Aber die Zeiten haben sich dankenswerterweise geändert und so wurde bis spät in die Nacht getanzt.

Nach zwei Tagen mit dem allerbesten Wetter läuteten Black Stone Cherry mit ihrem christlichen Southernrock das Finale ein.
Body Count brachten später Ice-T mit auf die Bühne, doch nicht alles wusste zu überzeugen. So wirkten die dekorativ mit Totenkopfmasken geschmückten Bodyguards am Bühnenrand eher deplatziert als furchteinflößend. Nürnberg ist nun mal nicht South Central LA. Auch Ice-Ts Gangsterattitüde lockt eigentlich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor und das mit Inbrunst von ihm vorgetragene Copkiller kann man Tracy Lauren Marrow – wie Ice-T eigentlich heißt – nicht mehr wirklich abkaufen, seitdem er einen Polizisten in der TV-Serie Law & Order mimt. Dennoch schaffte es die Crossover-Crew, eine gute Stimmung auf und vor die Bühne zu bringen.

Im Anschluss veränderte sich das Bühnenbild dramatisch. Mit sich aus dem Grab erhebenden Gestalten bemalte Requisiten wurden aufgestellt, das Läuten einer Kirchenglocke leitete die Apokalypse in Form der aus Essen stammenden Thrasher Kreator ein. „Satan Is Real“, „Phantom Antichrist“, „Pleasure To Kill“ – mit diesen Songs forderte Mille Petrozza die Metalheads vor der Park Stage auf, den „größten Moshpit des Landes“ ins Leben zu rufen. Das gelang mühelos und erst, als sich der Staub wieder gelegt hatte, wurde es Zeit für Bullet For My Valentine.
Währenddessen gab es auf der Mainstage das ganz große Kino mit Muse. Die riesigen Ballons fehlten ebenso wenig wie massenhaft Konfetti und Luftschlangen. Man kann über Matthew Bellamy, Dominic Howard und Chris Wolstenholme einfach nichts Schlechtes sagen: Das Trio bildet eine der besten Live-Bands, die wir derzeit haben.
Zum großen Wurf holten dann Avenged Sevenfold aus, welche mit ihrem vor Kraft strotzenden Metal noch einmal die Park Stage zu einem Meer aus Licht und Lärm verwandelten. Es war herrlich!(ODI)

Fotos Rock Im Park 2018

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