Vielversprechendes Debüt – Tempelhof Sounds Festival in Berlin

tempelhof_soundsVom 10. bis 13. Juni feierte das Tempelhof Sounds Festival in Berlin sein Debüt. Mit einem hochkarätigen Line-Up lockte der Festival-Newcomer rund dreißig tausend Besucher:innen täglich auf das Tempelhofer Feld.

Insgesamt 48 Acts bespielten von Freitag bis Sonntag von 12:30 bis 22:00 abwechselnd drei Bühnen. Um das musikalische Zentrum waren diverse Foodtrucks und Bars platziert, die eine enorme Auswahl an Essen und Getränken bereitstellten. Hungrig oder durstig hätte an diesem Wochenende theoretisch keiner bleiben müssen, einer ausgiebigen Verpflegung standen allerdings die hohen Preise entgegen.

Wer mit seinem Festival-Look nicht ganz zufrieden war, konnte sein Outfit zwischen den Shows mit Merchandise oder Vintage-Einzelstücken pimpen. Viel mehr gab es auf dem Gelände nicht zu erleben, die Besucher:innen waren aber ja aus einem anderen Grund angereist.

Ein wahres Manko waren die fehlenden Schattenplätze. Die wenigen Sonnenschirme waren rund um die Uhr belagert. So wurden Sonnenstich und Hitzekoller leider zum unfreiwilligen Begleiter einiger Festivalgäste.

Im Vergleich zu anderen Festivals ging es auf dem Tempelhofer Feld gesittet zu. Kotzende Besucher:innen und handgreifliche Auseinandersetzungen – Fehlanzeige. Dies mag zum einen am frühen Ende des Programms und am fehlenden Campingplatz liegen, zum anderen an der Altersgruppe des Publikums, die sich von diesem Line-Up angesprochen fühlte. Statt auf massentaugliche Mainstream-Acts setzte das Tempelhof Sounds Festival auf ausgewählte Indie-Rock-Größen. Als Headliner bespielten Florence & The Machine, Muse und The Strokes das Tempelhofer Feld.

Ein wahres Highlight neben den Mainacts war der Auftritt von Alt-J am zweiten Tag des Festivals. „Cold Blood“, „Left Hand Free“, „Taro“ – fulminant spielte sich das Trio durch einen Querschnitt seiner Alben. Obwohl es noch lange hell war, sorgten die artifiziellen Videos, die immer wieder mit Live-Aufnahmen der feiernden Menge verschnitten wurden, für eine sphärische Atmosphäre.

Obwohl in der Gestaltung des Festivalgeländes noch Luft nach oben ist, überzeugte das Tempelhof Sounds Festival mit dem wohl stärksten Line-Up diesen Jahres. Wir sind gespannt auf mehr! (P.P.)

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