Wenn Musik unter die Haut geht – IMANY verzauberte gestern die Muffathalle München

München, 25.04.13.    Supportact Faada Freddy, lediglich mit Gitarre und Stimme, wusste vor allem mit Letzterem, die Muffathalle zu überzeugen. Musik, die so einfach ist, kann so schön sein. Stimmlich eine wirkliche Empfehlung, hatte er sichtlich Spaß auf der Bühne.

Imany, welche vor allem im letzten Jahr für Furore in der Musikwelt gesorgt hat, trat zum zweiten Mal im Muffatwerk auf – an diesem Abend in der Halle, welche durch einen Vorhang verkleinert worden war. Für die richtige Atmosphäre für eine sensationelle und außergewöhnliche Stimme war demnach gesorgt.

Zunächst unscheinbar und offensichtlich etwas zurückhaltend, trat Imany auf die Bühne, welche auf den ersten Blick trotz Band ein wenig zu groß für sie wirkte. Doch dieser Eindruck währte nicht lange, denn nach einigen Takten nahm die aus Martigues stammende Sängerin die komplette Halle für sich ein.

Ihre Stimme streichelt, wärmt, berührt, geht unter die Haut und lässt Tränen rollen. Einfach so. Zauberhaft, schön, schnörkellos und in sich sehr, sehr weise. Imany singt, als ob sie schon alles gesehen hätte, als ob es nichts gäbe, was sie noch nicht erlebt hätte. Dabei legt sie jedoch keineswegs einen melancholisch- bittersüß anmutenden Hauch in ihre Stimme, sondern singt geradeheraus. Man nimmt es ihr ab. Unkonventionell, charmant und beinahe schmerzvoll ehrlich und direkt. Nichts bleibt ungesagt, wenngleich nur wenige Worte gesprochen werden.

Sie genießt es, auf der Bühne zu stehen, während die Band jedoch sehr im Hintergrund bleibt. Bei Passagen, welche die Musikerin ohne instrumentale Begleitung singt, meint man, dass die Welt stehen geblieben sein muss, es raubt einem schier den Atem. Erst, wenn Gitarre, Cello, Bass und Drums wieder einsetzen weiß man, dass man nicht träumt.

Und es war fast wie ein Traum – zu schön, um wahr zu sein, zu sphärisch, als dass man es in Worte fassen könnte oder gar beschreiben kann, dass es nicht abgedroschen klingt und in heillosester Floskelei endet. Somit entließ die Sängerin ihre Fans in eine laue Frühlingsnacht – sicherlich mit dem Ohrwurm ihres Hits “You will never know”, was fast zu so etwas wie einer Hymne dieser Generation geworden ist. Ihre Musik tut gut, sie lässt alltägliche Sorgen klein werden und bietet Raum für Momente, in denen man nicht nachdenken muss, was morgen kommt.(A.E.)

Fotos – IMANY – Muffathalle München

Fotos – Faada Freddy – Mufffathalle München

 

English Version:

When Music goes under your skin – Imany at Muffathalle München 

Support-act Faada Freddy who came on stage with his guitar only, knew perfectly well how to impress the audience at Muffathalle. Music which is so easy can be so beautiful. He had a lot of fun on stage and his remarkable voice is definitely a recommendation.

Imany who caused a sensation over the last year came to the Muffatwerk for the second time – this evening at the great hall which was minimized by a curtain. So there was the best atmosphere arranged for a sensational and exeptional voice.

At the first moment on stage Imany seemed a bit inconspicuous or obviously reserved so the stage appealed to be too big for her. But this impression was quite wrong because after a few beats the stage was hers.

Her voice strokes, warms, touches, goes under your skin and waters the eyes. For no reason. Beautiful, enchanting, unfussy and very wise in her own way. Imany sings as if she had seen everything, as if there was nothing she had not experienced yet. But there is no melancholic or bittersweet righteousness or touch in her voice but she sings straight. One has to believe her, believe in her words. It is bohemian-like, charming and nearly painfully honest and direct. Nothing remains unsaid though she does not speak much.

One can see that she adores being on stage while the band stays at the background. Some passages seem unreal – she sings without instrumental backing so one thinks that the world must have stopped all of a sudden, one can hardly breathe. Only then when the guitar, the cello, bass and drums begin one knows that this is not a dream – too beautiful to be real, too spheric for that you can put into words without ending up in a hopeless empty phrase.

So the singer let her fans go out into a balmy spring evening – certainly with an earworm of the hit „You will never know“ which one can almost declare to a hymn of the generation.

Imany’s music makes you feel free and makes you forget the daily worries about everything and nothing; not least, it gives the opportunity to not think about what may come tomorrow.(A.E.)

 

 

 

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