Stimmgewalt und A Capella-Brillanz aus den USA – Naturally7 im Circus Krone

München, 09.05.13.   Einen besseren Support hätten sich Naturally 7 nicht wünschen können: Jem Cooke aus London trat mit ihrem Vater, der sie an der Gitarre begleitete, mit einer Mischung aus Folk, Country und Pop auf. Stimmlich bewundernswert und schlicht fantastisch, heizte sie dem Publikum auf sympathische, natürliche und herzliche Art und Weise ein.

Sie stehen seit 14 Jahren auf der Bühne, ihre Videos aus der Pariser Metro sind legendär. Naturally 7, die A capella-Combo aus New York bedeutet Spaß, gute Musik, grandiose musikalische Acts und eine Bühnenshow erster Güte. Gespannt warteten die Zuschauer im bestuhlten Circus Krone auf die amerikanischen Sänger. Als sich der Saal verdunkelte, jubelten die Fans.

Naturally 7 kamen singend auf die Bühne und ließen keinen Zweifel daran, dass sieben Menschen ihr Publikum mit sagenhaftem Talent durch einen musikalisch exklusiven Abend führen würden. Eine Band ohne Band – diese Bezeichnung passt hier vollkommen, denn sie imitieren die Instrumente allein mit ihren Stimmen. Eine Loopstation steht noch für kleinere Spielereien bereit, ansonsten beherrschen sie die Bühne mit ihren ausgefallenen, witzigen und musikalisch immens raffinierten Songs. Mit Videos an einer Leinwand im Hintergrund präsentieren sie sich als Einheit, welche die Musik lebt und liebt.

Musikalisch und technisch auf höchstem Niveau, brauchten Naturally 7 sowohl alte als auch neue Songs. Sie verstanden es meisterhaft, ihr Publikum zu animieren. Sehr eindrucksvoll auch, als ein Video von der Ed Sullivan-Show eingespielt wurde, in der Stevie Wonder sein Publikum ebenfalls mit “Say yeah”-Rufen aufforderte, mitzumachen.

Medleys aus “Englishman in New York” und “New York – Empire State of Mind” kamen hervorragend an. Besonderen Anklang fand im Anschluss die ohne Mikrophon gesungenen Medleys, welche mit “Sound of Silence” anfingen. Ein Cover von Coldplays “Fix You” war im Anschluss daran vielleicht etwas zu viel, dem Publikum sagte es dennoch zu. Ausnahmetalente, welche sich gefunden haben und nun die Welt mit ihrer Musik begeistern und zu Tränen rühren – für diesen Frühlingsabend genau das Richtige.

Lediglich das Publikum war ein wenig enttäuschend – es wurde an falschen Stellen rhythmisch falsch geklatscht und es mag eventuell daran gelegen haben, dass man saß, doch der Applaus war zuweilen verhaltener und träger, als es zu erwarten gewesen wäre.

Zum Ende durfte natürlich auch ihre berühmte Version von “In The Air Tonight” nicht fehlen. Und es schien, als seien sie keinen Tag älter geworden, seitdem sie ihn in der Pariser Metro performt haben. Das Publikum raffte sich dennoch gegen Ende auf: Standing Ovations und jede Menge Applaus für die New Yorker.

Mit einer  Menge Ohrwürmern und der stillen Sehnsucht, ebenfalls so singen zu können, trat man nach eineinhalb Stunden atemberaubender Show in die Nacht.(A.E.)

Fotos NATURALLY7

Fotos Jem Cooke

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