Im Interview mit Sara Hartman – „Jetzt bin ich hier, die Türen haben sich also geöffnet“

Wir haben Sara Hartman vor ihrem Auftritt beim PULS Festival zu einem kurzen Interview getroffen und mit ihr über Heimweh, deutsches Bier, Inspiration und ihr neues Album gesprochen.(English version below)

Wie haben deine Familie und deine Freunde reagiert, als du ihnen erzählt hast, dass du New York verlassen wirst, um in Berlin Musik zu machen?

Sara: Die Reaktion meiner Eltern war ziemlich positiv. Meine Mutter ist Künstlerin und mein Vater baut Swimmingpools; als sie von der Chance hörten, die ich hatte, waren sie damit einverstanden. Türen könnten sich dadurch öffnen und ich bin heute hier, die Türen haben sich also wirklich geöffnet. Meine Eltern waren auf jeden Fall überrascht, aber sie haben meine Chance gesehen. Ehrlich gesagt habe ich das einfach durchgezogen, ohne vielen Leuten davon zu erzählen. Ich hatte gar keine andere Wahl, es musste so kommen. Ich komme zurück, wann immer ich kann, und ich vermisse sie so sehr, aber ich denke, das ist es irgendwie wert.

Das bringt mich auf meine nächste Frage. Hast du ein Rezept gegen Heimweh?

Sara: Darüber habe ich viel gelernt. Ich glaube, ich bin mittlerweile ein Experte in Sachen Heimweh. Es tut lange Zeit sehr weh und dann tut es irgendwann weniger weh. Du musst dich um dich selbst kümmern, das ist etwas, das ich gerade lerne. Wenn ich Heimweh habe, versuche ich, mir so viele Bilder wie möglich von zu Hause ins Gedächtnis zu rufen. Wenn ich in einem Buchladen ein Buch sehe, das ich vorher schon mal im Bücherregal meiner Mutter gesehen habe, kaufe ich es und lese es. Nimm so viel mit, wie du kannst, dann wird es weniger wehtun.

Berlin und New York sind sehr unterschiedlich, was war die schwierigste Umstellung?

Sara: In Berlin sprechen sie Deutsch. Das war ein entscheidender Unterschied. Ich habe seitdem ein bisschen Deutsch gelernt. Ich verstehe viel mehr, als ich sprechen kann. Es war halt ein bisschen einsam, an einem Ort neu anzufangen, ohne die Sprache zu sprechen. Trotz allem ist Berlin wahnsinnig inspirierend auf eine Art und Weise, auf die New York es nicht ist. Ich meine, New York wird immer spannend bleiben, aber es ist irgendwie nicht mehr roh. Ich denke, Berlin ist irgendwie das alte New York, kunstvoll und schön. Ich bin sehr froh, in Berlin zu sein.

Im September erscheint dein neues Album, wie würdest du deinen Sound in drei Worten beschreiben?

Sara: In drei Worten? Ich bin so schlecht in Drei-Wort-Beschreibungen.

Ein paar mehr Worte sind natürlich auch in Ordnung.

Sara: Okay, also das Album ist hauptsächlich elektronisch. Es ist Popmusik, aber es hat Herz. Es hat Menschlichkeit. Das ist etwas, das Pop oft nicht hat. Ich denke, mein Album ist menschlicher Pop.

Woher nimmst du deine Inspiration? Hast du einen bestimmten Ort, an dem du deine Songs schreibst?

Sara: Ja, den habe ich. Das ist ein ruhiger, besinnlicher Ort. Am Fenster zu sitzen und eine Zigarette zu rauchen, kann sehr inspirierend sein. Ich habe diese inspirierenden Orte in Berlin gefunden. Das Studio meines Produzenten, Tobi Kuhn, ist sehr inspirierend. Dort gibt es riesige deutsche Fenster, wo ich mit verwirrenden Notizen sitze und eine Zigarette rauche. Dann rauche ich viel mehr, als ich normalerweise rauchen würde. Menschen inspirieren mich, ihre Geschichten, ihre Liebe und ihr Hass, ihr Schmerz und ihre Freude. Ich denke gerne an ruhigen Orten, wie am Fenster über sie nach.

Hast du im Moment einen Ohrwurm?

Sara: Ja, „Sally“ von Bibi Bourelly. Sorry, dass ich “Swag” sage, aber sie hat “Swag”.

Auf welchen Act des PULS Festivals freust du dich am meisten?

Sara: Ich liebe Milky Chance. Ich finde, sie sind so cool. Sie sind eine der ersten deutschen Bands, von denen ich gehört habe, als ich in den States war. Mø und Aurora sind auch sehr cool.

Was sind die drei wichtigsten Dinge, die im Festivalgepäck nicht fehlen dürfen?

Sara: Ich bin wirklich schlecht im Packen, aber wenn ich Zeit hätte, alles vorzubereiten, würde ich mehr als ein Paar Schuhe, eine Regenjacke und gutes Bier einpacken. In Deutschland gibt es wirklich gutes Bier. „Augustiner“ ist mein Lieblingsbier. Ich mag den Geschmack, aber ich weiß nicht, ob das cool ist. Ist es cool, „Augustiner“ zu trinken?

Ja, natürlich.

Sara: Oh wirklich? Super, dass wir darüber geredet haben.(P.P.)

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Interview with Sara Hartman – “I am here now, so doors have opened”

We met Sara Hartman before her Show at PULS Festival and talked with her about homesickness, German beer, inspiration and about her new album.

What was your family’s and friends’ reaction when you told them that you will leave New York for creating music in Berlin?

Sara: My parents´ reaction was quite positive. My mom is an artist, my dad builds pools, when they heard about this opportunity I had they were cool with that. Doors could open and I am here now so doors have opened. They were definitely surprised but they saw this opportunity. I just did it without telling a lot of people, to be honest. I didn´t see any choice in my head, this had to happen. I come back whenever I can and I miss them so much but I think this is worth something.

This leads me to my next question. Do you have a recipe against homesickness?

Sara: I learned a lot about this, I am an expert, I guess. It hurts a lot for a long time but then it hurts less. You have to take care of yourself. That´s another thing I am learning. When I am homesick I fill my brain with images of home as much as I can. If I saw a book in a bookstore I´ve seen in my mom´s bookshelf before I would buy and read it. Keep what you can with you and it will hurt less.

Berlin and New York are quite different. What was the hardest difference for you?

Sara: They speak German in Berlin. That was a major difference. I´ve since learned a bit of “Deutsch”. I can understand a lot more than I can speak. It was kind of lonely to be in a place myself to begin with and not speaking the language. But anyway, Berlin is deeply inspiring in a way that New York isn´t. New York will always be exciting but it is not rough anymore. I think Berlin is the ancient New York, arty and beautiful. I am very glad to be in Berlin.

You will release your album in September, how would you describe the sound in three words?

Sara: In three words? I am so bad in three-word-descriptions.

Some more words are fine, too.

Sara: Okay. The album is organically electronic. It is pop music but it has heart. It has humanity which is something that sometimes pop just not have. I think my album is human pop.

Where do you get your inspiration from? Do you have a certain place for song writing?

Sara: Yes, I have. It´s a quiet, contemplative place. Sitting on a window and smoking a cigarette can be very inspiring. I´ve found these inspiring places in Berlin. My producer Tobi Kuhn´s studio is very inspiring. There are big German windows where I sit with many confusing notes on my laptop and smoke a cigarette. That´s when I smoke much more than I used to. I am inspired by people, by people´s stories, by their love and their hate, by their pain and their joy. I like to think about them in quiet places like the windows.

Do you have a song you cannot get out of your mind at the moment?

Sara: Yes, it´s still the song “Sally” by Bibi Bourelly. I´m sorry for saying “swag” but she has swag.

Which act at PULS festival are you looking forward to most?

Sara: I love Milky Chance. I think they are so cool. They are one of the first German bands I heard about when I was in the States. Mø and Aurora are very cool, too.

What are the three most important things you must not  forget when you pack your things for a festival?

Sara: I´m a terrible packer but if I had time to prepare I would take more than one pair of shoes, a rain jacket and good beer with me. They have good beer in Germany, “Augustiner” is my beer of choice. I like the taste but I don´t know if it´s cool. Is it cool to drink “Augustiner”?

Yes, of course it is.

Sara: Oh really? I´m so happy that we talked about this.(P.P.)

 

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