„Man kann nicht von null auf hundert perfekt singen. Es ist eine Frage der Entwicklung.“ Michael Schulte im Interview …

DSC_2421 …. über seine Zeit bei The Voice Of Germany, YouTube und Authentizität auf der Bühne

München, 16.03.13.   Vor dem Konzert am 14. März im Strøm trafen wir Michael, der momentan auf Grow Old With Me auf Akustik-Tour ist, für ein Interview.

LifeOnStage.Net: Deine erste CD, die du dir gekauft hast, war von den Backstreet Boys. Du hattest auch mal erwähnt, dass dir das ein wenig unangenehm sei. 

Michael Schulte: Ja, das war eine Single. Nein, peinlich ist mir das eigentlich nicht, ich find das eher lustig. Es war ja auch ein guter Song.

 

LifeOnStage.Net: Was war das für ein Song? 

Michael Schulte: Ich glaube, das war „I’m your fire, your desire“. („I Want It That Way“, Anm. d. Red.). Die haben teilweise schon ganz gute Songs gehabt. Der Song ist nach wie vor gut. Man sagt halt immer „Boygroup ist scheiße“, aber ich hab nichts dagegen.

 

LifeOnStage.Net: Ja, die haben dann leicht ihr Klischee weg. 

Michael Schulte: Richtig.

 

LifeOnStage.Net: Du bist jetzt ohne Max Giesinger auf Tour (Michael und Max waren im Herbst 2012 zusammen mit Band auf Tour, Anm. d. Red.). Was sind für dich große Unterschiede, welche positiven oder auch negativen Aspekte fallen dir besonders auf? 

Michael Schulte: Da ich letzte Tour mit Band unterwegs war, war das natürlich auch was ganz Anderes auf der Bühne. Ich war mit meinen besten Freunden unterwegs und es war eine sehr, sehr gute Zeit, eine sehr spannende Zeit, auf die ich gerne zurückblicke.

Aber ich mag es auch sehr gerne, alleine auf der Bühne zu stehen; es hat etwas sehr Intimes, in solch kleinen Clubs zu spielen. Es ist natürlich auch anstrengend, ganz alleine jeden Abend dein Programm zu machen. Der Fokus ist immer nur auf dir, hat aber auch etwas für sich. So lernst du die Leute besser kennen, erzählst ihnen deine Geschichten. So kann man eine bessere Verbindung zum Publikum aufbauen, was sehr großen Spaß macht.

Wir sind dieses Mal nicht mit dem Tourbus unterwegs, dementsprechend ist es auch ganz nett, jeden Abend im Hotel zu sein. Aber jede Tour hat Vor- und Nachteile.

 

LifeOnStage.Net: Voice Of Germany. Du hast erwähnt, dass du dort sehr viele Erfahrungen gesammelt hast. Welche Erfahrungen hast du denn genau gemacht? Was ist das, was dir am meisten in Erinnerung geblieben ist und was hast du am meisten mitgenommen? 

Michael Schulte: Ich hab mich natürlich musikalisch entwickelt, aber nicht so sehr, wie ich mich als Typ entwickelt habe. Das ist auch das, worüber ich mich am meisten freue, vor allem, weil ich früher eher schüchtern war und kein großes Selbstbewusstsein hatte. Im letzten Jahr ist sehr viel passiert, gerade auch während der sechs Wochen in der Show. Da war die Präsenz und die Aufmerksamkeit auf meine Person sehr, sehr groß – zahlreiche Interviews, immer überall Kameras.
Auch die Monate danach waren prägend, als ich größer rauskam und damit umgehen musste, dass mich Leute erkennen und mich angesprochen haben. Das war letztendlich sehr gut für mich. Dass ich mich als Typ entwickelt habe, ist auch sehr wichtig für das Live-Spiel. Wenn du dann in dich gekehrt bist, ist das dann ganz und gar nicht gut auf der Bühne.

 

LifeOnStage.Net: Gerade, wenn du jetzt alleine auf der Bühne stehst und deine Solo-Tour machst ist das sehr wichtig. 

Michael Schulte: Das ist jetzt schon der Fall und von Abend zu Abend wird das immer besser.

 

LifeOnStage.Net: Dann entwickelst du dich auch während der Tour selbst weiter? 

Michael Schulte: Auf jeden Fall, ganz klar.

 

LifeOnStage.Net: Ein schönes Stichwort für die nächste Frage. In einem deiner letzten Interviews wurde dir eines deiner ersten Videos („Umbrella“), das du bei YouTube hochgeladen hast, vorgespielt. Du hast gefragt, ob das bitte jemand ausmachen kann. Was würdest du deinem alten Ich von 2008 jetzt raten? 

Michael Schulte: Ich würde sagen, dass er das genauso machen soll, denn letztendlich hat er es ja zu was gebracht und jetzt ist alles cool. Man kann natürlich nicht von null auf hundert perfekt singen. Es ist alles eine Entwicklung und in der Hinsicht habe ich das schon richtig gemacht; ich bin ja Autodidakt und damit du mit jedem Mal Singen besser wirst, ist einfach eine Trainingssache. Ich habe da nichts falsch gemacht. Damals war ich 17, 18, da ist die Stimme noch nicht richtig entwickelt, das kommt erst mit der Zeit. Wenn ich das jetzt höre, ist der Unterschied natürlich schon auf jeden Fall sehr deutlich.

 

LifeOnStage.Net: Nochmal zurück zu The Voice. Du hast mit Ed Sheeran performed, ihr habt seinen Song „A Team“ gesungen. Wie war es für dich, mit ihm zusammen auf der Bühne zu stehen? 

Michael Schulte: Das war natürlich ein großer Moment für mich. Es war sehr, sehr schön. Ich kannte seine Musik vorher schon und fand diese mega cool und jetzt ist er ein noch größerer Star geworden. Wenn ich jetzt zurückblicke und sagen kann, dass ich mit ihm gespielt habe, ist das natürlich sehr schön. Er ist ein sehr cooler Typ; letztendlich ist dieser Augenblick sehr schnell verflogen, aber zwischen uns hat es auch gut gepasst und ich würde es gerne nochmal wiederholen.

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LifeOnStage.Net: YouTube ist 2013 unglaublich präsent. Inwiefern wirst du YouTube noch für dich selbst nutzen? 

Michael Schulte: Da mache ich auf jeden Fall weiter. Es wäre ja doof, das nicht zu machen. Es ist eine Plattform, genauso wie Facebook, die man nutzen sollte, um die Fans auf den neuesten Stand zu bringen. Gerade für Newcomer ist es sehr praktisch. Auch große Stars nutzen YouTube vermehrt und laden ihre Videos hoch. Es ist quasi das neue Fernsehen.

 

LifeOnStage.Net: Deine Songs behandeln viele verschiedene Themen. Woher nimmst du die Ideen für die Texte?

Michael Schulte: Das sind Themen aus meinem eigenen Leben.

 

LifeOnStage.Net: Alles? 

Michael Schulte: Ja, doch. Es sind Sachen, die ich teilweise selbst erlebt habe oder Themen und Sachen, die mich bewegt haben. Auch Sachen aus meinem persönlichen Umfeld.

Es ist mir sehr, sehr wichtig, dass ich auf der Bühne stehen kann und authentische Texte singen kann.

 

LifeOnStage.Net: Was würdest du jemandem antworten, der dich fragen würde „Warum machst du eigentlich nichts Richtiges?“ 

Michael Schulte: „Musik ist etwas Richtiges.“ Musik ist ein ganz normaler Beruf. Und natürlich nicht weniger anstrengend, weil man sich teilweise sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang damit beschäftigen muss. Es hat sehr, sehr schöne Seiten und das genieße ich auch, aber manche Leute da draußen sehen nur die schönen Seiten und denken „Ach, der Typ muss nur mal eineinhalb Stunden am Tag auf die Bühne und das war’s dann“, aber da gibt es natürlich noch viel, viel mehr, was darum herum passiert und was zu tun ist.

 

LifeOnsStage.Net: Du wohnst zusammen mit Max in einer WG in Berlin. Welche Projekte planst du und welche plant ihr noch zusammen? 

Michael Schulte: Jetzt sind wir erstmal wieder raus, da ich ja auch auf Tour bin. Max ist zunächst zurück nach Karlsruhe und jetzt schauen wir, ob wir wieder nach Berlin gehen oder auch mal Köln ausprobieren. Ich arbeite an meinem neuen Album, er ebenfalls an seinem und wenn die Zeit reif ist, wollen wir auch zusammen was machen. Jetzt ist es aber erstmal wichtig, dass jeder von uns seine Soloprojekte verfolgt. Wir sind ja noch recht jung und da kann noch viel passieren.

 

LifeOnStage.Net: Das hört sich vielversprechend an. Vielen Dank für das Interview und alles Gute.(A.E.)

Mehr vom Konzert in München gibt es HIER.

 

 

 

 

 

 

 

 

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