MARTERIA – Exklusiv im Interview

marteria_redbulletinText: Daniel Schieferdecker //  Bilder: Robert Wunsch

Das komplette Interview könnt ihr online hier nachlesen: „The Red Bulletin“.

„HIP-HOP IST DER GRÖSSTE GRUNDSATZ ÜBERHAUPT!“

„Wenn man eine Stimme hat, muss man sie auch einsetzen“, sagt Rap-Superstar Marteria. Der 34-jährige geborene Rostocker, bürgerlich Marten Laciny, lebt und arbeitet konsequent nach diesem Grundsatz, exponiert sich, bezieht politisch und gesellschaftlich Stellung, engagiert sich für Wohltätigkeitsorganisationen – und ist gerade deswegen einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart. „Haltung ist ein Gerüst von Grundsätzen, die dem Leben erst Struktur geben“, sagt er. The Red Bulletin sprach mit dem Rapper über Nazis, Neugier und Angst.

THE RED BULLETIN: Welche Grundsätze geben deinem Leben Struktur?

MARTERIA: Links sein. Sich einbringen, für andere einsetzen. Austausch. Und natürlich Hip-Hop.

Hip-Hop ist eine Musikrichtung, kein Grundsatz.

Doch. Hip-Hop verbindet Gemeinschaft, Toleranz, Kreativität, Selbstverwirklichung. Er steht für Anerkennung und Respekt, für mit- statt gegeneinander, es ist eine Sammlung an Werten. Hip-Hop ist der größte Grundsatz überhaupt!

Ohne dir nahetreten zu wollen, aber Hip-Hop steht doch auch für Anti-, auf die Fresse, Abgrenzung.

Für mich nicht. Früher war das auch nicht so, da wurden Rapper nicht als Schwuchteln bezeichnet, da wurden Schwule vor solchen Anfeindungen beschützt. Hip-Hop hat sich immer für Minderheiten stark gemacht. Das ist die Haltung, die ich verinnerlicht habe.

 

 

„ICH BEREUE KEINE SEKUNDE MEINES LEBENS.“

Wie gehst du mit Haltungen um, die deinen widersprechen?

Ich akzeptiere sie. Mit einer Ausnahme: Nazis. Deren Mindstate spricht gegen alles, was ich bin und wie ich die Welt sehe. Aber selbst mit denen rede ich und höre mir ihre Argumente an. Auch wenn die immer schlechter sind als meine.

Mit Nazis diskutieren, was bringt das?

In der Schule hatten wir drei Nazis in der Klasse. Statt mich mit denen zu prügeln, habe ich mit ihnen gequatscht. Und was ist passiert? Zwei Wochen später hat einer seine Bomberjacke gegen Baggy Pants getauscht und Rap gehört. Alles nur, weil ich mit ihm geredet habe, statt ihm aufs Maul zu hauen. Auch ich hatte bei meiner Mutter gesehen, welche Kraft das Miteinanderreden hat. Sie war Lehrerin in Rostock und hat mich als Achtjährigen, das war kurz nach der Wende, mal auf eine Klassenfahrt ihrer neunten Klasse nach Niedersachsen mitgenommen. Plötzlich sind Skins in die Jugendherberge eingeritten, einer hat die Tür mit ’nem Beil eingeschlagen, die anderen hatten Baseballschläger in der Hand. Die wollten uns Ossis auf die Fresse hauen. Meine Mutter hat sich vor die gesamte Klasse gestellt und die Nazis gefragt, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Sie hat mit denen diskutiert, geredet und geredet – über eine Stunde! Irgendwann ist der Anführer eingeknickt und hat fast angefangen zu heulen. Meine Mutter hat nicht mal die Polizei gerufen, hat das so mit denen geregelt.

 Du engagierst dich bei „Rock gegen rechts“-Konzerten, für Obdachlose oder für eine bessere Trinkwasserversorgung in Ländern der Dritten Welt. Du tust das alles, weil …?

…ich da Bock drauf habe!

Was Marteria über seine Mutter, seine Teeangerzeit und seinem Hobby, das Angeln, sagt, erfahren Sie im kompletten Artikel in der aktuellen Ausgabe des „THE RED BULLETIN“ und auf https://www.redbulletin.com.