Mit Umme Block im Interview – Nicht nur irgendetwas Elektronisches

Umme BlockGerade haben die beiden Münchner Musikerinnen Leoni und Klara als UMME BLOCK ihr neues Video zum Song „Shoreline“ veröffentlicht und sind zur SZ-Junge Leute-Band des Jahres gekürt worden, was für uns alleine schon Grund genug war, ein bisschen mit den beiden über ihre Wurzeln und ihre Zukunft zu sprechen.

Das UMME BLOCK derzeit auch noch zu den Lieblingsacts in der Redaktion gehören, machte das Gespräch nur umso wertvoller.

So wissen wir nun, dass die beiden in Leoni´s Zimmer ihren Proberaum eingerichtet haben und ihre Songs in der Regel aus Jams entstehen. Ein ganz natürlicher Prozess eben. Diese Musikalität spürt man trotz elektronischer Elemente aber umso mehr, gerade wenn UMME BLOCK auf der Bühne stehen.

Vermutlich könnt Ihr diese Frage nicht mehr hören, dennoch: warum nennt Ihr Euch UMME BLOCK? Was hat es damit auf sich?

Leoni: Wir kennen uns jetzt seit über zehn Jahren. Wir sind in Haidhausen aufgewachsen und unsere Elternhäuser waren nah beieinander. Also quasi „umme Block“. Wir sind damals auch ständig um die Häuser gezogen. Also der Name kommt wirklich von „um den Block“ spazieren gehen.

In Eurem neuen Video zu „Shoreline“ hat Leoni einen recht hohen visuellen Anteil. Wäre die Schlussfolgerung, sie wäre die Bandchefin falsch? Ihr macht immerhin den Eindruck eines homogen agierenden Duos, bei dem es keine klare Rollenvereitlung diesbezüglich gibt.

Klara: Die Grundidee war eigentlich sogar, dass wir im Clip gar nicht auftauchen wollten. An den verschiedenen Drehorten haben wir uns dann einfach mal spontan positioniert. Als die Aufnahmen im Kasten waren, haben wir schon gedacht, wir hätten uns mal umstellen können. Aber das Ergebnis war einfach  so geil.

Leoni: Und das es jetzt so geworden ist, hat nichts zu bedeuten. Unsere Rollen in der Band sind absolut gleichwertig. Klara hat ganz klar den Hauptanteil in Sachen Komposition. Ich gebe da mal eine Inspiration oder vergreife mich an den Tasten und dann nehmen wir den Akkord halt. Normalerweise sorge ich aber hauptsächlich für den Text und die Gesangsmelodie.

Trotz intensivem Stalking Eures Spotify-Channels, sind derzeit gerade einmal zwei Songs öffentlich zu hören. Wann darf man sich auf einen größeren Output von Euch freuen? 

Klara: Wir hoffen Ende des Jahres. Gerade arbeiten wir ja auch „ganz normal“, jede von uns vierzig Stunden in der Woche… neben der Musik. Wir mussten auch erst einmal ein Gespür dafür entwickeln, wie wir klingen wollen und wie wir das entsprechend aufnehmen können. Aber wir waren gerade im Studio und haben die nächsten zwei Songs aufgenommen. Nun wollen wir peu à peu Singles veröffentlichen, im besten Fall mit einem Video. Ende des Jahres soll dann ein komplettes Album folgen, auf dem dann einige unveröffentlichte Tracks das Puzzle zusammenfügen.

Leoni: Also werden sicherlich noch zwei Singles in den nächsten Monaten erscheinen.

Mit über 60.000 Streams von “Yellow Lights” kommt euch das Modell des Musik-Streamings dann sicherlich sehr entgegen. Es gibt ja Musiker, die ein Album lieber als Gesamtwerk veröffentlichen wollen… 

Klara: Bei uns hat das ehrlich gesagt auch lange gedauert. Selber kaufe ich ganz regulär Platten. Aber mittlerweile existiert halt ein enormes Überangebot an Liedern und Künstlern. Die Leute sind deshalb fokussiert auf Spotify und andere Straming-Dienste. Klar, da musst Du reagieren. Zumal wir uns ein Jahr ohne irgendeine Veröffentlichung über Wasser halten konnten

Leoni: Es gibt ja auch einen finanziellen Aspekt. Wir können uns eine komplette Albumproduktion derzeit einfach nicht leisten, aber es gibt eine Menge Menschen, die uns gesagt haben „hey, wir wollen so gerne etwas von Euch hören“. Und außerdem hatten wir auch einfach Bock drauf.

Ihr habt als Singer/Songwriter-Projekt begonnen. Ein üblicher Werdegang hätte sein können, eine klassische Band zusammenzustellen und die Songs in dieser Richtung, ganz analog weiterzuentwickeln. Bei Euch ist es aber ein wenig anders gelaufen…

Leoni: Ja klar. Was wir jetzt machen, entspricht eigentlich mehr unserem eigenen Musikgeschmack.

Klara: Wir hatten eine vierjährige musikalische Fernbeziehung während Leoni studierte. Ein Kumpel hat ihr dann eine Nova geliehen. In dieser Zeit haben wir halt am Computer ein wenig an Liedern experimentiert. Als Leoni dann wieder nach München zurückkam, haben wir in ihrem Zimmer Musik gemacht und ich habe diese MiniNova rumliegen sehen…

Leoni: …und ein wichtiger Fakt ist, dass Klara eigentlich klassische Pianistin ist. 16 Jahre hat sie das gelernt und wir wollen das natürlich auf jeden Fall noch in unserer Musik deutlich ausbauen.

Klara: Naja und so haben wir uns dann eben beeinflussen lassen und das ist dann dabei rausgekommen.

Mit welchem Genre würdet Ihr Eure Musik labeln?

Klara: Natürlich irgendetwas Elektronisches. Aber ich bin auch ein mega Pink Floyd-Fan, mit ihrer Experimentierfreude und den Sphären, die sie schaffen. Hip Hop-Einflusse haben wir aber auch. Irgendwie alles, was wir so mögen.

Einigen wir uns also mal auf eine Art Trip Hop.

Eine Frage, eine Antwort… Portishead oder Massive Attack?

Klara: Massive Attack!

Leoni: Massive Attack.

Ihr habt ja neben der Musik noch einen ganz normalen Job, das schränkt die Möglichkeiten natürlich ein wenig ein. Wenn Ihr in die Zukunft blicken könntet, wo würdet Ihr Euch in zwei Jahren gerne sehen? 

Klara: Es wäre schon ein großer Traum, auf großen Festivals zu spielen. Mit fetter Lightshow und drum und dran.

(ODI)