Alles anders? – Nick Murphy in der Münchner Tonhalle

Nick MurphyNeuer Name, neues Konzept? Naja, nicht ganz. Genau genommen blieb Nick Murphy, ehemals Chet Faker, seiner Linie am neunten Oktober in der Münchner Tonhalle ziemlich treu. Tiefe Balladen am Klavier, getragen von der durchdringenden Stimme des Sängers wechselten sich ab mit tanzbarem Clubsound.

Mit einer Best-Of-Mischung aus „Built On Glass“ und „Run Fast Sleep Naked“ changierte der Musiker zwischen Chet Faker und Nick Murphy, während sich die Band bunt und verfremdet auf der Projektionsfläche im Hintergrund doppelte.

„Gold“, „1998“,  „To Me“. Tatsächlich benötigte Nick Murphy für solche Gegensätze auch an diesem Abend weder eine lange Vorbereitungsphase noch einen starren Entwicklungsbogen von ruhig nach fetzig. Die spannende Konzertdramaturgie kam ohne jegliche Erklärung aus.

Der bärtige, langhaarige Bandleader mit Ohrring und Ketten gab sich dabei gewohnt verwildert und verausgabte sich abwechselnd an Gitarre und Mischpult, den Gesang nicht zu vergessen. Nach zwei intimen Songs am Klavier, die Nick Murphy praktisch alleine bestritt, driftete er zusammen mit seiner Band wieder in elektronische Sphären ab.

Dass Nick Murphy ein großartiger Musiker ist, bewies er zum Abschluss der Show nochmal mit einem artifiziellen Intro, das sich ganz gemächlich zu „Talk Is Cheap“ entwickelte und den Höhepunkt des Konzerts markierte. (P.P.)

Fotos Nick Murphy