Charlotte Brandi – Verträumter Pop und berauschende Musikalität

Charlotte BrandiAn diesem Sonntagabend war die Entscheidung, ins Ampere zu gehen und den Tatort mal Tatort sein zu lassen, die definitiv beste, die man treffen konnte. Charlotte Brandi, die man noch von ihrer ehemaligen Band Me And My Drummer kennt, überzeugte mit atemberaubend schönen Melodien, ausgefeilten Harmonien und einer Band, die unglaublich homogen ist. Ihr Supportact MCCHAOS, bürgerlich Marie-Claire Schlameus, klang genau danach: Chaos, aber geordnet. Die Cellistin, die auch später Teil ihrer Bandbesetzung sein sollte, loopte selbstgeschriebene Songs, die technisch beeindruckend, akustisch jedoch eher anstrengend waren.

Man fühlte sich im leider wenig besuchten Ampere sofort, als würde man in ein Wohnzimmer kommen – ein Wohnzimmer, dessen Atmosphäre heimelig, liebevoll und sehr intim war. Brandi schaffte es, ihr Publikum die leisen und besonderen Momente erleben zu lassen. Mit ihrer abwechslungsreichen Stimme, die viele Lagen kennt und von sanft über hart bis hin zu rauchig beeindruckt, legte sie eine viel bejubelte Performance hin.

Die Songs von Brandi sind ausgeklügelt, keine Harmonie ist dem Zufall überlassen und doch klingt alles federleicht. Eine Ausnahmemusikerin im deutschen Musikbusiness, die mal heiter, mal melancholisch kann.

Fast ist es ein bisschen so, als würde sie gar nicht in diese von harten Regeln bestimmte Welt passen, als würde sie in eigenen Sphären leben, wo die Uhren noch anders ticken. Reminiszenzen an schwedische Vorbilder kommen auf, während die Sängerin zusammen mit ihrer Band durch eine gute Stunde sehr feine Musik führt, die man so schnell nicht vergessen wird.(A.E.)

Fotos Charlotte Brandi

Fotos MCCHAOS 

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