Dat Adam mit Tourauftakt in München: “Wir hoffen, wir haben es nicht zu sehr verkackt”

datadamDat Adam, manch einem mag dies ein Begriff sein, vielen anderen aber wahrscheinlich eher nicht. Das Trio, welches aus dem ehemaligen Youtuber Ardy (Ardian Bora), dem wieder auf Youtube aktiven Taddl  (Thaddeus Tjarks) und dem Produzenten Marley (Marius Ley) besteht, hat erst mit dem Album “Hydra 3D” vorgelegt und ist nun auf Tour. Was sie für Musik machen, möchten sie selbst gar nicht so gerne kategorisieren, aber am ehesten lässt sich das in Autotune-Dream-Rap einordnen. Etwas verstrahlte, mit Autotune durch und durch unterlegte Musik, die ein bisschen an ein Raumschiff erinnert. Nichtsdestotrotz sind die Texte durchdacht, witzig und ja, stellenweise auch sehr ehrlich.

Die Musiker/Youtuber, welche im letzten Jahr eine Kehrtwende auf Youtube hingelegt und ihre Kanäle offline genommen hatten, haben dennoch kaum Fans verloren. Und hier kommt man schon zum eigentlichen Problem des Konzerts am Freitagabend im Ampere, welches von der Gruppe Westghosts als Supportact eröffnet wurde: Es waren beinahe ausschließlich kreischende Fangirls anwesend. In einem Tweet vom 4. November verkündete Ardian Bora: “Mir sooo egal wie alt ihr seid, solange ihr zur Tour kommt um die Mukke zu feiern und abzugehen. Will keinen Personenhype oder Fangeschreie.” Offenbar hat das aber niemand gelesen oder aber vollkommen ignoriert. Nichtsdestotrotz waren die Fans erstaunlich textsicher und konnten eineinhalb Stunden lang jede Liedzeile mitsingen.

 

 

Im Ampere tummelten sich also fast ausschließlich 14- bis 18-jährige Fans, die Haare blau gefärbt (wie Thaddeus Tjarks) oder mit Mundschutz-Maske (die Ardian Bora trägt) und feierten eine Welt, die so vielleicht gar nicht unbedingt von Dat Adam gewollt ist. Dat Adam wollen, dass ihre Musik nicht nur gehört, sondern auch gefühlt wird. Eine ehrenwerte Absicht und eigentlich genau das Richtige, nur stehen dann doch 500 Fans vor ihnen, die Handykameras an und was bekommen sie vom Konzert und vor allem der Musik, der Atmosphäre mit? Wahrscheinlich relativ wenig.

Nichtsdestotrotz ist es ein gelungener Tourauftakt mit der Musik, die bei der Jugend ankommt und gefeiert wird, der allerdings zeigt, dass die Bühne nicht das Gleiche wie die YouTube-Kamera ist. Mit “Wir hoffen, wir haben es nicht zu sehr verkackt” verabschieden sich Dat Adam von ihren Fans, was auf der einen Seite sehr bodenständig, aber auch immens unsicher klingt. Hier kann man nicht cutten und neu aufnehmen. Nach dem Konzert gab’s natürlich noch ordentlich Merchandise und ein paar wenige, wenige Selfies. Man wollte ja keinen Personenhype.(A.E.)