Feiner Zauber – The Lumineers im ausverkauften Zenith München

München, 07.12.13.  Den Auftakt machten am gestrigen Abend Thao&The Get Down Stay Down, welche das Publikum jedoch nicht ganz für sich gewinnen konnten, da sie den Eindruck erweckten, nicht ganz anwesend zu sein. Mit ihrem Folk klangen sie nett, jedoch gelangweilt und desinteressiert.

Der Jubel war groß, als The Lumineers auf die Bühne kamen, welche mit riesigen Kronleuchtern geschmückt war. Das Intro ist ausgiebig und dann erklingen auch schon die ersten Takte. Sänger Wesley Schultz hat auch live eine markante Stimme, die trägt und viel Kraft hat. Da ist etwas Schillerndes, durchweg Positives, das von der Band aus Colorado ausgeht. Sie verstehen es sichtlich, ihre Fans zu begeistern.

Folk und Rock – zwei Genres, welche wunderbar zusammenpassen und die The Lumineers brillant vereinen. Es ist Spielfreude, welche von der Band ausgeht, eine besondere Stimmung und die Ehrlichkeit der Musik. Sie stehen hinter dem, was sie machen und spielen authentische, warme und herzliche Musik.

Ihr Hit „Hey Ho“, der mit Platin ausgezeichnet wurde und unzählige Airplays hat, kommt besonders gut an. „Dead Sea“ ist ein wenig ruhiger, ein wenig melancholisch, Gänsehaut erregend. Man kann gar nicht anders als ihnen zuhören. Schultz nimmt die Zuschauer mit seiner Stimme auf eine Reise, lässt sie vergessen, dass sie in einer großen Konzerthalle stehen und draußen Winter ist. Man fühlt sich geborgen, angekommen, umarmt. Ja, es ist Musik, welche umarmen kann und einen festhält. Und dennoch ist es kein aufdringlicher Sound, es liegt keine Hetze oder Unruhe in der Musik. Sie performen mit Spaß und zaubern eine betörende Atmosphäre. Es gibt die Band und den Zuschauer. Jeder darf The Lumineers auf eine ganz persönliche, individuelle Weise erleben. Intime Momente finden sich ebenso wie rockige, melancholisch wird es bei „Dead Sea“ und „Slow It Down.“

Auch, wenn sich viele Instrumente finden und diese Bandbreite eindrucksvoll ist, klingt das Cello ein wenig zu gepresst, die Klavierparts wirken ebenfalls ab und zu ein wenig zu heruntergespielt, um wirklich Eindruck zu machen.

Ein Konzert – gemacht für diesen Winterabend, an dem draußen ein Sturm tobt. Drinnen ist es warm, heimelig, zauberhaft und beinahe unwirklich schön. So geht man an diesem Abend voll behaglicher Gefühle nach Hause. Die Umarmung bleibt.(A.E.)

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Fotos Thao&The Get Down Stay Down

 

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