Glückliches Publikum und der glücklichste Rapper der Welt – Chefket im Hansa39 in München

Roger Rekless und Chefket, zwei überaus begabte Rapper mit Flow, musikalische Gastauftritte, Freestyle, Dancebattles, Stagediving und zu guter letzt die StreetLove-Crew, eine jugendliche Gruppe lässiger Tänzer und Tänzerinnen. Das alles hatte das Konzert des „Rappers mit Soul“ im Rahmen der Nachtmenschtour am 28. Oktober im Hansa39 in München zu bieten.
Während im Verlauf des Abends thematisch vor allem Clubbekanntschaften, Aufreißaktionen und wilde Partys die Songs dominierten und der Spaß am Flow der Texte im Vordergrund stand, bewies Chefket hier und da, dass er auch anders kann, nämlich kritisch politisch. Wie Support Roger Rekless während seines Auftritts erklärte, dürfe Rap nicht nur amüsieren, sondern habe eben auch eine ernste Seite. Mit „Made In Germany“ kritisierte Chefket lässig, ironisch die deutsche Wirtschaft und erreichte auch damit das ausschließlich junge Publikum. In einem anderen Song rappte er: „Ich kann die Welt nicht retten, nur rappen“, aber politische Texte setzen ein Zeichen und dürften ruhig noch ein bisschen öfter im Vordergrund der Rapper stehen.
Mit einigen kreativen Freestyles über Publikum und Stimmung bewiesen sowohl Chefket als auch Roger Rekless, dass sie weit mehr können, als nur ihren fertigen Songs vor Publikum ein Gesicht zu geben.
Neben einigen Oldschool-HipHop-Songs, zu denen kräftig gebounced wurde, und gefühlvollen Soul-Balladen, zu denen sogar die harten HipHop-Jungs in der ersten Reihe ihre Feuerzeuge auspackten, durfte natürlich ein Song nicht fehlen: „Der glücklichste Rapper der Welt“. Mit dem ersten Beat gingen in feiner Hip-Hop Maniere alle Hände hoch, bewegten sich im Takt; und dann merkte man dem jungen Musiker an, dass er es ernst meint. Der Songtitel ist eben ein Statement.(P.P.)
Anzeige