Hyper Hyper stirbt nie – Scooter im Zenith München

Scooter sind und bleiben wohl die Könige des Trash-Eurodance oder schlicht dessen, was von den 90ern und 2000ern noch übrig ist.

Am Samstagabend verkauften Scooter ihr Konzert in der abgetrennten Zenith-Halle aus und hatte als Support einen DJ dabei, der schon vor Beginn für Stimmung sorgte. Das Publikum auf diesem Konzert ist gemischt, aber man merkt deutlich, dass es eher die Mittzwanziger aufwärts sind, die Scooter feiern.

Scooter kommen wie immer mit einem lauten Knall auf die Bühne, schon die ersten Songs sind von Pyro, den obligatorischen Bühnentänzerinnen und einer riesigen, pompösen Lichtshow begleitet. Man kann es lieben oder hassen, der Stil von Scooter bleibt nach wie vor unverändert und so ziehen sie auch in 2016 ihr Publikum noch in ihren Bann. Die Stimmung ist fantastisch, es wird getanzt, geraved, ekstatisch feiern die Konzertbesucher die Band. Scooter schaffen es, das Gestern zum Heute zu machen und möglicherweise ist genau dies das Faszinosum – sie übermitteln die Gefühle von damals und so, als wäre 1999 erst ein paar Tage her.

Das, was Motörhead für die Rocker sind, sind Scooter für die Raver und lassen deren Herzen mit Songs über „How Much Is The Fish“ bis hin zu „Hardcore“ höher schlagen. Sie haben es schlicht drauf, Party zu machen, zu begeistern und nach so langer Zeit immer noch leidenschaftlich auf der Bühne zu stehen, ohne, dass man das Gefühl hat, dass auch nur ein Funken Gleichgültigkeit oder Langeweile dabei wäre.

Scooter waren nie die besten Raver, nie der beste Liveact, aber sie evozieren immer beste Laune, die sie als Standard im Gepäck dabei haben. Hier war die gute Laune die beste Show – und glückliche, ausgelassene Fans, die sich die Seele aus dem Leib getanzt haben, können das am Ende bestätigen.(A.E.)

Fotos Scooter