Johannes Oerding in der TonHalle München

johannesoerdingWohnzimmeratmosphäre und schnörkelloser Pop

Seit seiner letzten Tour füllt Johannes Oerding doppelt so große Hallen und hat auch sonst ziemlich an Bekanntheit gewonnen. Wen wundert es? Der junge Herr macht Popmusik, wie sie im Buche steht: Schnörkellos, unaufgeregt und vor allem mit Melodien und Passagen, die ins Ohr gehen und dort auch bleiben.

Das Publikum in der TonHalle ist aus jeder Altersklasse vertreten und so feiern junge Kinder genauso wie älteren Geschwister oder Eltern. Auch Oerding findet die Nähe zu seinem Publikum, das ihn zu einer sympathischen Figur auf der Bühne macht. Die „Kehle aus Gold“, wie ihn Udo Lindenberg einst betitelte (darüber lässt sich durchaus streiten), steht vor seinen Fans und zaubert eine wirklich wunderbare Wohnzimmeratmosphäre: Mit dem Keyboard und einer Sofalampe sitzt er mitten im Publikum und ist diesem somit unglaublich nah.

 

 

Die obligatorisch gewordenen Coversongs finden immer noch Zuspruch im Publikum und so werden neben „100 Leben“, „Stein für Stein“ oder „Wo wir sind, ist oben“ auch Looking For Freedom“ oder „Time of My Life“ gefiert. Was hier schön zu sehen ist: Musikalisch ist Oerding seinen Kollegen am Pop-Sternchenhimmel weit voraus. Sowohl stimmlich als auch instrumental ist auf der Bühne sehr viel mehr geboten als ein leises Ins-Mikro-Hauchen oder Seufzen und Schnörkeln. Ein angenehmes, energisches Konzert, das durchaus von Natürlichkeit und Nonchalance geprägt ist. Sympathisch!(A.E.)

Fotos Johannes Oerding