JULI – Es war einmal…

… die perfekte Welle. Was war das damals für ein Song. 2004 war die Welt noch halbwegs in Ordnung, zumindest die Welt von Juli. Diese, damals neue, Band aus Gießen, die sich mit dieser perfekten Welle in die Herzen der Zuhörer sang und bis vor einigen Jahren noch große Hallen füllte. In München waren das Zenith und die Muffathalle. In 2015 spielen sie im Ampere. Die Fans, die damals noch über 10 Jahre jünger waren, sind nun auch im echten Leben angekommen, haben Berufe, sind erwachsen geworden und kaufen sich ihre Karten, damit sie genau an dem Platz stehen bleiben, den sie sich ausgesucht haben, als die Vorband spielte. Und das den ganzen Abend lang.

Eva Briegel und ihre Band traten pünktlich auf die Bühne und nach vier Jahren Pause ist man doch sehr überrascht, was sich da getan hat. Man erinnert sich noch mehr oder weniger gerne an die Zeiten, in denen es gesanglich bei Juli immer irgendwie komisch war. Intonation war nicht gerade das Aushängeschild der Band. Freundlichkeit und Publikumsbindung? Weit gefehlt. Stattdessen Arroganz und Rumgezicke auf der Bühne, unschöne Worte gegenüber dem Publikum. Doch an diesem Abend im Ampere konnte man sich überraschen lassen. Freudig und ein bisschen aufgeregt präsentierte die Band ihre neuen Songs, die auch gar nicht mal so langweilig und verdächtig nach Ohrwurmpotenzial klangen.

Ein überraschend angenehmer Abend, der sich als, nunja, nett rausgestellt hat. Wenn man viele Dinge einfach so annimmt, wie sie sind, sich der Musik und dem neuen Album „Insel“ hingeben. So ganz einsam ist diese Insel nicht, sondern wohl eher bunt und schön. Juli lassen teilhaben und feiern ihr ganz eigenes, kleines Konzert.(A.K.)

Fotos JULI 

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