Kokettieren mit Rap, Electro und Rave – Frittenbude in der Tonhalle München

Frittenbude, das sind doch diese Jungs aus Geisenhausen, deren Wahlheimat Berlin nicht besser passen könnte. Schon allein der Name deutet auf eine gehörige Portion Selbstironie hin und ihre Konzerte zeugen von einer Authentizität und auch einem Selbstbewusstsein, das sich zwischen Deichkind und Mediengruppe Telekommander einen Namen und berechtigten Platz gemacht hat.

Eröffnet wurde das Konzert am Samstagabend in München mit Neonschwarz, die ebenfalls beim Indiependantlabel Audioloth sind.

Kurz darauf wird es neblig auf der Bühne, Stroboskop erhellt die Halle und mit „Ihr seid alle verhaftet“ starten Frittenbude ihre Show. Ganz deutlich zu merken ist die Gesinnung der Band, nämlich, dass Rechts und braunes Gedankengut keinen Platz finden.

Das Publikum feiert die Band, die Show und „ihre“ Band, es wird getanzt, gerappt und die Arme gehen nur nach oben, um den Beat mitzufeiern. Kurz gesagt: Die Tonhalle wird an diesem Abend abgerissen, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Band es brillant versteht, neue Songs ihres aktuellen Albums „Küken des Orion“ mit alten zu mischen. Damit bedienen sie nicht nur junges, sondern auch alteingesessenes Publikum.

Sie wollten „harten Techno“ machen und treffen dabei den Zahn der Zeit, das Gefühl einer jungen Generation, die irgendwo zwischen „Alles ist möglich“ und „Ich weiß nicht, wo ich eigentlich hin will“ steht, die sich bezirzen lässt, aber niemals die eigene Meinung versteckt und dabei doch wieder konservativ zu sein scheint.

Anfänglichen, etwas zermürbenden Kritiken des Albums werden an diesem Abend getrotzt, denn die Fans feiern die Band. Und das ist gut so. Denn dies zeigt einmal mehr, dass Frittenbude auch nach über zehn Jahren im Showgeschäft mit ihrer Musik die Daseinsberechtigung untermauern.(A.E.)

Fotos Frittenbude

Fotos Neonschwarz