Kollegah – Zwischen Ironie und Ernst

Das Konzert von Kollegah auf dem Tollwood-Festival ließ sich zunächst etwas anders an, als man gedacht hatte. P-Luma als Vorband geben sich als klassische Hip Hop-Kombi, drei MCs und ein Dj. Sie geben sich Mühe, Stimmung zu machen, ein wenig Kopfnicken ist dabei, doch das Zelt war zu spärlich besucht, als dass es wirklich hätte ausgelassen werden können.

Man erwartet bei Künstlern eigentlich immer auch ein gewisses Publikum, so auch bei Kollegah. Ein paar Checker, doch diese blieben der Veranstaltung weitestgehend fern. Als Kollegah mit vier MCs auf die Bühne kommt, wird diese munter rauf- und runtergelaufen, die Zuschauer werden aktiver und deren Textsicherheit wird bei alten Songs direkt auf die Probe gestellt. Ein wenig superheldencomicmäßig wird es, als Kollegahs „Hilfskraft“ Frederik erwähnt, dass er „tut, was Cheffe ihm sagt“ – Batman und Sidekick stehen auf der Bühne – ob das nun Ironie ist oder nicht, mag jeder für sich selbst beantworten. Ironisch wird es spätestens dann, als Felix Blume die Muskeln seines DJs mit denen eines jungen, weiblichen Fans aus den ersten Reihen. Er lädt sie zum späteren Armdrücken im Backstagebereich ein.

Insgesamt ein solides Konzert, das phasenweise das Publikum mitzureißen wusste und dazu braucht es auch keine ausgefeilte, durchgestylte Show oder ein überdimensionales Bühnenbild. Ein paar MCs und ein DJ, die zusammen einen rauen und dennoch geschmeidigen Hip Hop kreieren – das sind die Komponenten, die ausschlaggebend sind. Nichtsdestotrotz hätte man sich an der ein oder anderen Stelle doch ein bisschen mehr Schnickschnack gewünscht, vielleicht auch, damit es nicht zu glatt geworden wäre. (A.E.)

Fotos Kollegah

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