Konsumliebe par excellence – Cro mit MTV Unplugged in der Olympiahalle München

Irgendwann war er einfach da, der Junge mit der Pandamaske und er ging nicht mehr weg. Stattdessen spielte er sich ganz “easy” durch die Musikszene und bat sein “Baby”, sich “nie wieder Sorgen um Geld” zu machen.

Vor nicht gar allzu langer Zeit begab sich der Rapper mit einigen zweifelhaften Aussagen in einem Interview auf gefährliches Terrain. “Fast jedes Mädchen in Deutschland ist langweilig” und “Wenn man mit irgendwelchen Schlampen feiert, dann ist alles so oberflächlich whack”.

Zwischen zwei Liedern fragt er seine (größtenteils weiblichen und minderjährigen) Fans, wo man in München an einem Donnerstagabend feiern gehen kann. Ein wenig Weitsicht fehlt ihm wohl, doch das kennt man ja aus seinen Texten bereits zur Genüge. Die machen einfach nur gute Laune und handeln von einer Welt, in der irgendwie alles fancy und leicht und problemlos ist.

 

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Nun ist er auf Unplugged-Tour und man hat sich gefragt, wie das wohl so klingen mag. Die Bühne kann sich sehen lassen: Die Band ist auf drei Etagen im hinteren Teil der Bühne verteilt, in der Mitte der DJ und vorne darf der Rapper höchstpersönlich herumspringen.
Ab und zu fragt man sich, ob der junge Mann in seiner Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. So fragt er sein Publikum “Wer liebt mich?”…

Und weiter geht es mit Witzen, deren Niveau nonexistent ist. Der Wortwechsel mit seinem DJ:

DJ: “Sag mal, bist du eigentlich versichert?” Cro: “Neeeiiin, wieso fragst du?” DJ: “Du hast mir ‘ne Beule in die Hose gemacht.” Cro: “Wenn du nicht über oder unter mir liegst, liegst du grundlegend falsch”

kam genauso gut an – nämlich gar nicht.

Musikalisch ist Cro unplugged etwas reizlos – es fehlt der Drive, manchmal hat man das Gefühl, ihm selbst fehle die Motivation. Leider scheint es nun auch, dass das Format “MTV Unplugged” damit seinen Tiefpunkt erreicht hat. Man kann und möchte die Musiker, welche die Ehre bei MTV hatten, nicht in einem Satz mit Cro nennen. Einige Lichtblicke sind ältere Songs, welche von den Fans kreischend und jubelnd gefeiert werden und bei denen Cro selbst aufdreht.

Die Musik plätschert vor sich hin, aber für das Publikum ist es dennoch ein gelungenes Konzert. Sie können mitsingen, mittanzen und sehen “ihren Panda” zum Teil sogar hautnah im Bühnengraben. Denn das kann er einwandfrei – Kommunikation mit den Fans. Was daran gewollt und was völlig frei ist, kann man sich aussuchen, doch die Zuschauer sind glücklich.(A.E.)

Fotos Cro

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